Zola Jesus

Zola
Die Künstlerin Zola Jesus. Quelle: Pressefoto

Interview: Zola Jesus


„Von den Fesseln, die uns verbinden: Zola Jesus über ihr neues Album Okovi „



Musiknerds

Es ist klein, das Zimmer im Michelberger Hotel, in dem wir die amerikanische Künstlerin ZOLA JESUS treffen. Fast so klein, wie die Sängerin selbst, hinter der man gar nicht die gewaltige Stimme einer klassisch ausgebildeten Opernsängerin vermutet und die dunkle Ader, die in ihren Texten zum Vorschein kommt. Schon seit 10 Jahren macht sie nun Musik. Ihr Debütalbum „The Spoils“ veröffentlichte Nika Roza Danilova – so wie sie mit bürgerlichem Namen heißt – als sie noch Französisch und Philosophie an der Universität von Wisconsin studierte. Ihr Künstlername wurde von dem französischen Schriftsteller Emile Zola und von Jesus Christus inspiriert. Und wie man sich denken kann, ja, manchmal bereut die Sängerin ihre Namenswahl, denn sie war damals noch sehr jung.

 
ZOLA JESUS veröffentlicht am 08.September 2017 ihr fünftes Studioalbum, das den slawischen Namen Okovi trägt. Auf deutsch bedeutet das “Fesseln”. Die Sängerin selbst sagt im Gespräch dazu, dass sie diesen Titel gewählt hat, weil Fesseln etwas sind, dass alle gemein haben. Jeder ist ein Gefangener von irgendjemandem oder irgendetwas.
Auf Okovi versammelt sie 11 sehr persönliche Songs und greift teils dunkle Themen auf, zum Beispiel den Suizidversuch eines Menschen, der ihr Nahe stand. Das Schreiben dieser Songs war dabei vor allem eine Art Katharsis für sie selbst und die Personen um sie herum. Dennoch ist es ihr auch wichtig diese Lieder und die Message nach außen zu tragen, dass immer jemand da ist, der einen liebt und sich sorgt.

 
Ein weiterer Song auf dem Album heißt “Soak”. Er wurde aus der Perspektive eines Serienkiller-Opfers geschrieben. Ein doch sehr ungewöhnliches Thema, doch ZOLA JESUS sagt, dass sie es liebt, Gedankenexperimente zu begehen und ungewöhnliche Sujets in ihre Songs zu packen.
Okovi ist nach eigenen Angaben viel dunkler und rauer als seine Vorgänger. Durch die sehr persönliche und intime Natur der Songs fühlt sich dieses Album aber auch zerbrechlicher an.
Gerade deswegen hat ZOLA JESUS auch Angst vor Kritik an ihrem sehr persönlichen Album, weil es ihr eben so viel bedeutet. Doch die Hilfe oder Stütze, die es gleichzeitig für andere sein kann, übertrumpft diese Angst vor negativen Stimmen. Musik in Seelennahrung und Therapie umwandeln, finden wir eine gute Sache und sind gespannt was Okovi neben “Soak” und “Exhumed” noch zu bieten hat.

Das Albumcover
Das Albumcover von “Okovi”. Quelle: Pressefoto

Weiterführende Links

Homepage
Facebook
Instagram


Autorinen:

Dummi

Ann-Kathrin

Dummi

Christina