Zitterpartie in Pennsylvania

 US-Wahl 2020 State Pennsylvania; Im Hintergrund Pennsylvania State Capitol; im Vordergrund ein Schild auf dem Pennsylvania State Capitol steht

Eigentlich ist Pennsylvania kein klassischer Swing State. Zwar führte Trump im “Keystone-State” 2016 hauchdünn (0,7%), zuvor war der Saat jedoch über 24 Jahre hinweg demokratisch gewesen. Diese Entwicklungen ließen einen spannenden Verlauf für die Wahl 2020 erwarten. In den Umfragen lag Biden im Vorfeld vorne. Und tatsächlich: Zwar führte in der Wahlnacht selbst noch Trump, doch bei den Auszählungen in den darauffolgenden Tagen konnte Biden ihn überholen. Inzwischen hat er die Führung erreicht. Mit 50% der Wählerstimmen liegen die Demokraten inzwischen vorne, 1,2% vor den Republikanern.


couchFM Wahlnacht-Logo; mintfarbender Hintergrund; der Buchstabe "U" in Rot; der Buchstabe "S" in Blau

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(Bild 1: Ergebnisse der Wahlnacht, Joe Biden (Demokratisch, 50%), Donald Trump (Republikanisch, 48,8%) und Jo Jorgensen (Libertarian Party, 1,2%)
Ergebnisse der Wahlnacht in Pennsylvania, Joe Biden (Demokratisch), Donald Trump (Republikanisch) und Jo Jorgensen (Libertarian Party) | Fotocredit: 270towin

Die knapp über 10 Millionen Wahlberechtigten in Pennsylvania sind zu drei Vierteln weiß, gleichzeitig ist die Bevölkerung mit über 60% über 65-jährigen eher alt. In den mehrheitlich ländlichen Gebieten sind sehr religiös geprägt. Vor allem im Gebiet der Appalachen, das Pennsylvania von Südwest nach Nord-Ost durchzieht, konnte Trump 2016 große Erfolge für sich verbuchen. Beim Blick auf die Karte leuchtet Pennsylvania mehrheitlich rot, ledichlich einzelne Gebiete, sowie ein Streifen entlang der Ost-Grenze des Landes scheinen eine Ausnahme zu bilden. Jedoch genau diese blau gefärbten Gebiete sind es, die Biden letzten Endes den Sieg bescherten: Die deutlich demokratischer geprägten städtischen Gebiete rund um Pitsburg, Harrisburg oder Philadelphia tragen mit Ihren hohen Einwohnerzahlen zum letztendlichen Wahlergebnis bei. 

Pennsylvania hat 12.801.989 Einwohner, was dem Staat 20 electoral College Votes einbringt. Genau diese 20 Stimmen waren es, die Joe Biden den Wahlsieg einbrachten. Zuvor hatte er 253 von den zum Sieg nötigen 270 Stimmen aus den Staaten mit demokratischer Mehrheit sammeln können. Zu diesem Zeitpunkt waren Pennsylvania der einzige Staat, dessen Wahlentscheidung für den Sieg Bidens gereicht hätte. 

Tabellarische Übersicht der gewonnen Staaten bei der US-Wahl 2020 aufgeteilt in die Republikaner und Demokraten
Übersicht der gewonnen Staaten bei der US-Wahl 2020 | Fotocredit: 270towin

Ähnlich wie auch in anderen Staaten wie Michigan, kam es auch in Pennsylvania im Verlauf der Auszählungen zum Vorwurf des Wahlbetrugs. Wie eine Art langer Arm des Noch-Präsidenten Trump bezichtigte der Republikaner Richard Hopkins den Leiter der Poststelle “Erie County”, Per Briefwahl eingegangene Stimme zurückdatiert zu und somit das Wahlergebnis gefälscht zu haben. Später nahm Hopkins seine Anschuldigungen allerdings unter Eid zurück. Bis heute gibt es trotz anhaltender Vorwürfen von Seiten Donald Trumps und seiner Anhänger keinerlei Evidenz für Wahlbetrug. 


Autorin:

Sophia Hörhold Vorschaubild
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