Wie wollen wir arbeiten?

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„Und was machst du so?“, diese Frage kennt jeder oder hat sie selber schon das ein oder andere Mal gestellt. Denn Arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren in unserer Gesellschaft und für die meisten identitätsstiftend.

Aber was erwartet unsere Generation von ihrem Arbeitsleben? Soll der Job Geld bringen oder Spaß machen, das Privatleben nicht weiter beeinflussen oder die Erfüllung sein? Oder sollen wir in einer Welt, in der uns neue Technologien bereits vieles abnehmen können, überhaupt noch typische Lohnarbeit verrichten?

Um diese Fragen dreht sich diese Ausgabe des Studentenfutters. Im Gespräch Maria, Human Resource Managerin bei Orderbird, einem jungen und modern organisiertem Unternehmen aus Berlin, Martin, Mitglied des kapitalismus- und arbeitskritischen Projekts „Haus Bartleby“ und Jannis, ehemaliger Praktikant bei „Mein Grundeinkommen“.

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STUDENTENFUTTER
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Jetzt anhören:

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VON
Sabrina,

Lea EichhornLea,

Franzi KrachtFranzi K.,

Franziska ScheiderFranzi S.

Sophie& Sophie

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„Ich glaube meine Erwartungen an den Arbeitsmarkt differieren, weil ich immer gesehen habe, dass ich irgendwas mit Computern machen werde. Ich habe immer gesehen, dass das Eigentliche, was wichtig ist für mich, eine Internetverbindung sein wird.“

Jannis, der kurz vor seinem Studium steht, spricht hier einen Faktor an, der für unsere Generation, oft als Generation Y bezeichnet, hinsichtlich ihrer Erwartungen an den Arbeitsmarkt eine große Rolle spielt: der digitale Wandel. Er hat die Arbeitswelt revolutioniert und Formen ermöglicht, bei denen unabhängig von Ort und festen Arbeitszeiten sich die eigene Tätigkeit völlig frei gestalten lässt.

Ist der klassische Nine-to-5-Job damit Geschichte?

Unsere kleine Umfrage bei Berliner Studierenden zeigt, dass die meisten immer noch ein eher  klassisches Arbeitsverhältnis für ihre Zukunft erwarten. Trotz eines hohen Arbeitspensums, soll der Job aber in erster Linie Freude und persönliche Erfüllung bringen.

Human Resource Managerin Maria erkennt unter ihnen einige Stimmen aus den Bewerbungsgesprächen bei “Orderbird” wieder.

„Was sich grundsätzlich durchzieht ist, dass Menschen eine Umwelt brauchen, in der sie sich wohlfühlen. Keiner will einfach nur Geld verdienen. Natürlich ist das ein Faktor […] aber am Ende will man ein gutes Gefühl haben, wenn man das Büro wieder verlässt.“

Dem Unternehmen, in dem sie arbeitet, liegt eine angenehme Arbeitskultur im Betrieb sehr am Herzen. Flexible Arbeitszeiten, Freizeitangebote für Mitarbeiter und flache Hierarchien sind die Must-haves. Organisiert in autonomen Teams fällen die Mitarbeiter unabhängig vom Chef Entscheidungen, wodurch ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich unmittelbar im Unternehmen einzubringen und im Job zu verwirklichen. Arbeitszeit ist Teil der Lebenszeit und sollte sich Marias Ansicht nach für alle so angenehm wie möglich gestalten.

„Der Käfig bleibt bestehen, aber wir staffieren ihn aus.“

So lautet Martins Kritik an diesen „Erscheinungen der New Economy“. Trotz aller Wohlfühlpakete seitens der Unternehmen, kommt es im Zweifelsfall zu rationalen Entscheidungen wie Kündigungen oder Lohnkürzungen, wenn der Markt es erfordert.

Die Betriebe bleiben, so Martin, Teil der kapitalistischen Logik, die sich nicht für individuelle Freiheiten, sondern für eine maximale Verwertbarkeit des Menschen interessiert.

„Die Generation Y – und das ist mein Kritikpunkt an ihr – hat den [Verwertungs]imperativ sehr verinnerlicht und ihn eigentlich nicht mehr hinterfragt. Es gilt eigentlich schon als hip dauerengagiert und dauerbusy zu sein.“

Ohne das System zu hinterfragen versuchen sich die Menschen innerhalb dieser Logik möglichst komfortabel einzurichten und streben nach einer angenehmen Arbeit, einem Job mit hohem gesellschaftlichen Ansehen oder einem überdurchschnittlichen Einkommen. Mithalten kann da nur, wer ständig Leistung bringt und sich selbst optimiert. Für Martin ist das eine kranke Entwicklung, die uns immer mehr arbeiten lässt, obwohl aufgrund der Automatisierung das Gegenteil der Fall sein müsste, die gleichzeitig aber zu mehr Armut führt.

Gäste im Studio
Gäste im Studio

Das System des bedingungslosen Grundeinkommens könnte da einen Lösungsansatz bieten. Die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen bietet ein finanzielles Netz, unter das man nicht fallen kann und ermöglicht dadurch, eigene Interessen auzubilden und diesen nachzugehen. Arbeit dient somit nicht mehr der Existenzsicherung, sondern der Realisierung von eigenen Projekten.

„Ich hatte eine überraschende Freiheit plötzlich im Gegensatz zu diesen streng bürokratischen Strukturen. Ich konnte einfach mal machen, was ich interessant finde.“

Das sind Jannis‘ Erfahrungen, die er in seinem bedingungslosen Praktikum bei „Mein Grundeinkommen“ gesammelt hat. Das Projekt stellt per Croudfunding einer Person, die ausgelost wird, ein Jahr lang 1000 Euro zur Verfügung. Das Ziel ist es herauszufinden, wie die Gewinner mit ihrer Situation umgehen. Jannis erzählt von einem Mann, der diese Möglichkeit genutzt hat, seinen alten Job in der Bank aufzugeben und eine Umschulung als Erzieher zu beginnen.

Unsere Gäste haben uns völlig verschiedene Perspektiven auf das Thema Arbeit eröffnet. Die Wege, die man gehen kann sind schier unbegrenzt. Welchen davon man schließlich einschlägt, dass sei jedem selber überlassen.


Weiterführende Links

Mein Grundeinkommen

Haus Bartleby

Artikel in der SZ über Schweizer Grundeinkommen

Artikel in der Zeit

Artikel bei Focus

Weiterer Artikel in der Zeit

Artikel in der Zeit über Arbeit und Sinn

Feelgood at Work


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Autorinnen:

Lea Eichhorn

Franzi Kracht

Franziska Scheider

Sophie


Sabrina, Lea, Franzi K., Franzi S. & Sophie

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