TVStud – Die Reportage zum Mega-Streik

TV Stud Reportage
Der Streik geht weiter: Kundgebung “Wir streiken alle” vor der TU Berlin | © Lena Himmler

Der Arbeitskampf der studentischen Beschäftigten geht weiter

Die studentischen Beschäftigten der Berliner Universitäten streiken seit dem 4. Juni erneut. Sie fordern eine bessere Bezahlung und eine Ankopplung an den Tarifvertrag der Länder (TV-L). couchFM-Reporterin Lena hat den “Mega-Streik” in den ersten zwei Wochen begleitet und mit einer TVStud-Aktivistin gesprochen.

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Die Tarifinitiative TVStud ruft am Montag, 4. Juni 2018 zum „Mega-Streik“ auf. Zwei Wochen sollen die studentischen Beschäftigten der Berliner Universitäten ihre Arbeit niederlegen. Sie fordern nach wie vor einen Stundenlohn von 14 Euro und eine dauerhafte Ankopplung an den TV-L. Seit 2001 wurde der Lohn nicht erhöht. Gleichzeitig hat das Geld massiv an Wert verloren. Die geforderte Lohnerhöhung soll also nur die Inflation ausgleichen.

“Bisher scheitert es vor allem daran, dass wir keine sofortige Lohnerhöhung bekommen, die irgendwie für uns tragbar ist. Weil die TU seit 01.01.2018 die Löhne auf 12,50 Euro angehoben hat, sind natürlich die anderen Unis auch ein bisschen unter Zugzwang. Wir wollen auch einheitliche Löhne und Arbeitsbedingungen und da können wir es natürlich nicht annehmen, wenn dann erst nächstes Jahr ab dem 01.10.2019 12,50 Euro für alle gelten soll”, sagt Franziska von TV-Stud, die seit etwa drei Jahren in der Tarifinitiative aktiv ist.

Durch verkürzte Öffnungszeiten der Bibliotheken, ausfallende Tutorien und Übungen, fällt der Streik vor allem auf die Studierenden selbst zurück. “Die Lehrverpflichtung liegt aber ganz klar bei den Unis und auch die Aufrechterhaltung des Betriebs!”, erwidert Franziska von TVStud.

Bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 9. Juni stört eine Gruppe studentischer Aktivist*innen die Eröffnungsveranstaltung. Der Science Slam an der FU, mit dem die Lange Nacht starten sollte, wird daraufhin abgebrochen.

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Demonstration “Wir streiken alle”, 13.06.2018 | © Lena Himmler

Etwa Tausend Demonstrant*innen ziehen am 13. Juni vom Hohenzollerndamm zum Hauptgebäude der TU Berlin. Unter dem Motto „Wir streiken alle“ fordern sie mehr Geld für Bildung und ein Ende des Tarifkonflikts. Da die Arbeitgeberseite die Verhandlungen Ende Mai ergebnislos platzen ließ und sich auch weiterhin nicht bewegt, wird im Laufe des Tages eine Verlängerung des Streiks bekannt gegeben. Aus zwei Wochen werden drei. Bis zum 23. Juni soll weiter gestreikt werden.

Nach der Abschlusskundgebung vor dem Hauptgebäude der TU wird kämpferisch das Audimax besetzt.
Am 15. Juni gibt es keine offiziellen Verhandlungstermine, aber ein informelles Gespräch unter der Leitung des Berliner Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach. Dort treffen sich einzelne Hochschulvertreter*innen mit Vertreter*innen der TVStud-Kampagne (GEW und ver.di).

Wenn die Verhandlungen wieder scheitern und es weiterhin keine Bewegung gibt, heißt das dann: Erzwingungsstreik?

„Naja wir warten natürlich erst mal was heute bei dem Gespräch rauskommt. Aktuell bin ich skeptisch, ob sich daran was ändern wird. Also ob man das jetzt „Erzwingungsstreik“ nennen kann oder muss, weiß ich nicht, aber es ist klar, dass der Streik dann noch länger ausgeweitet wird“, so Franziska von TVStud.
Ob sie sich diesmal einigen können? Bei dem informellen Gespräch am 15. Juni zeigen sich die Hochschulen das erste Mal bereit, eine verbindliche TV-L-Ankopplung für den neuen Tarifvertrag aufzunehmen.

Was ist seitdem passiert?

Am 18. Juni wird das Audimax der TU Berlin polizeilich geräumt. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Der TVStud-Streik geht mittlerweile länger als der Erzwingungsstreik des Jahres 1986: Er wurde um eine vierte Streik-Woche verlängert. Einschließlich bis Samstag, 29. Juni 2018, legen die studentischen Beschäftigten ihre Arbeit nieder.

Für Montag, 25. Juni ist ein Verhandlungstermin der Tarifkommission mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) angesetzt.

Weitere Informationen unter: tvstud.berlin


Lena G

Autorin:
Lena H.