Raphael Fellmer

Quelle: Stephanie Geiger

Alternativen leben

In Deutschland landen jedes Jahr etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel in der Mülltonne. Das geht aus einer 2012 veröffentlichten Studie im Auftrag des Verbraucherministeriums hervor. Die Industrie entsorgt Lebensmittel, die nicht in bestimmte Normen passen, die Supermärkte verdorbene oder abgelaufene Ware. Für fast zwei drittel, den Großteil aller weggeworfenen Lebensmittel, sind allerdings EndverbraucherInnen verantwortlich. Gegen diese meist überflüssige Ressourcenverschwendung betreibt die Politik die Aufklärungskampagne „Zu gut für die Tonne“. Ziel der Kampagne ist es unter Anderem, darüber aufzuklären, dass ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum nicht das Wegwerfdatum sei.

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VON Simon
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Auch Raphael Fellmer setzt sich gegen die Ressourcenverschwendung ein. Seine Aufklärungskampagne ist es, Alternativen vorzuleben. Um zu demonstrieren, in was für einer Überflussgesellschaft wir Leben, hat er fünfeinhalb Jahre ohne Geld gelebt. Verhungert ist er dabei nicht. Nur kaufte er seine Lebensmittel nicht mehr ein, sondern nahm sich das, was eigentlich für den Müll bestimmt war. Anfangs ging er drei bis vier Mal pro Woche „containern“ und dokumentierte mit einer Kamera, wie viel Essbares in den Mülltonnen unserer Supermärkte landet. Später ging er eine Kooperation mit der Bio Company ein, welche ihm ihre nicht mehr für den Verkauf bestimmten Waren kostenlos zur Verfügung stellte.

Quelle: Valeri Koort

Gemeinsam mit einer von ihm gegründeten Freiwilligeninitiative, dem LebensmittelretterInnen Netzwerk, wurden von da an die Lebensmittel von den Märkten abgeholt. Im Anschluss wurde verdorbenes aussortiert und mit der Allgemeinheit kostenlos geteilt. 2012 fusionierte das LebensmittelretterInnen Netzwerk mit der aus Köln stammenden Community foodsharing.de. Auf dieser Plattform können Privatleute und Firmen überflüssige Lebensmittel mit anderen teilen.

Jeden Tag werden so 10.000 Kilo Lebensmittel gerettet, was seit Gründung etwa 2,7 Millionen Tonnen sind. Gerade wegen diesen Engagements, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen, sieht sich Raphael nicht als jemand, der auf Kosten anderer lebt. Er bringe sich mit dieser Arbeit in die Gesellschaft ein, mache Vorträge und habe ein Buch geschrieben. In „Glücklich ohne Geld“ beschreibt er sein geldfreies Leben und zeigt Alternativen abseits von der Verschwendung auf. Ganz getreu dem Motto kann man es entweder im Buchhandel erwerben oder kostenlos downloaden.

Trotz der Erfolge in der Lebensmittelrettung gibt er sich immer noch nicht zufrieden. Gemeinsam mit anderen Aktivisten entwickelt er zur Zeit die neue Internetplattform yunity. Mit ihr werde das Einsparen von Ressourcen auf eine neue Ebene gehoben. Weltweit solle so nicht nur das Teilen von Lebensmitteln, sondern auch von allen anderen Dingen ermöglicht werden. In Zukunft könne dadurch zum Beispiel nicht mehr passende Kleidung problemlos verschenkt, Fähigkeiten geteilt oder benötigtes Werkzeug ausgeliehen werden.


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Autor: Simon

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