Playlist zum Magazin vom 06.05.2016

ASTRONAUTALIS – Running Away From God

Album: Cut The Body Loose (Vö: 13.05.2016)

AstronautalisEin tiefer Bläsereinsatz, ein verspieltes Jazz-Piano, mehr und mehr Instrumenten kommen dazu…  und dann endlich krachende Beats. So startet die Single “Running Away From God” und  ist bezeichnend für den komplexen und oft eigensinnigen Alternative-HipHop des Alleskönners ASTRONAUTALIS. Es folgt: aggressiver Rap, pessimistische Texte, ein Mitsing-Refrain und ein Synthie-lastiger Höhepunkt, der verdammt nach Gangster-Rap klingt. Der Rapper aus Minneapolis bedient sich dabei regelrecht an allem, was unter die Finger kommt: Blues, Electro, Indie-Rock und eben auch Klassik und Jazz verstrickt er zu vielschichtigen Soundarrangements, die seine Zeilen untermauern. Durch dieses Facettenreichtum lässt sich auch erklären, wieso er als HipHopper das zuckersüße Indie-Pop-Duo TEGAN AND SARA bei ihrer Tour supporten konnte, ohne dabei wie fehl am Platz zu wirken. Seit 2003 hat ASTRONAUTALIS vier Alben rausgebracht. Nun folgt in kürze sein fünftes Studioalbum Cut The Body Loose.


MIRA, UN LOBO! – Serotonin (Radio Edit)

Album: Heart Beats Slow (Vö: 20.05.2016)

Mira Un LoboDer Portugiese Luis F. de Sousa wurde – wie zigtausend andere – von der schweren Wirtschaftskrise, die die Iberische Halbinsel seit Jahren fest im Griff hat, getroffen und verlor seinen Job. Um der nagenden Perspektivlosigkeit in seiner Heimat zu entkommen, flüchtete er sich in die Musik. Heraus kam dabei MIRA, UN LOBO! – zu deutsch: “Achtung, ein Wolf!“. De Sousas elektronisches Musikprojekt erinnert stark an Größen der Shoegaze-Electronica, wie M83, SIGUR RÓS und SUFJAN STEVENS, die er auch selbst als Inspirationsquellen benennt. Der Sound zeigt sich an mancher Stelle melancholisch und düster, dann wieder erhebend und kraftvoll. In der ersten Single “Serotonin” haucht er immer wieder “I’m holding on” ins Micro – und zeigt sich damit trotzig gegenüber dem Zustand in seinem Land. Übrigens, auch die zweite Singleauskopplung “Tramadol” ist definitiv das Reinhören wert. Man kann also schon gespannt sein, auf das bald erscheinende Album Heart Beats Slow!


IRA ATARI – Sleep

Single: Sleep (Vö: 09.04.2016)

Ira AtariIRA ATARI – so nennt sich das musikalische Projekt um die Kasseler Sängerin Ira Göbel und dem Wiener Musiker Bernhard Raser. Das Duo macht mitreissenden Electropop mit 80er-Jahre-Flair und Ohrwurm-Garantie. Nach der EP Heroes aus dem Jahr 2014 ist „Sleep“ die erste Neuerscheinung. Der Name täuscht allerdings: statt einem verschlafenen Gute-Nacht-Lied rüttelt das Duo die Zuhörer mächtig auf und schwingt ihn auf die Tanzbeine. Dabei geht es im Grunde um eine Liebeserklärung an den Schlaf. Das klingt zunächst einmal trivial, aber ist nichts anderes als eine Würdigung dieser Zeit des Träumens, des Abschaltens und des Loslassens, die Pause-Taste für das hecktische, schnelllebige und leistungsorientierte Leben im Wachzustand. Und wer kennt sie nicht die Sehnsucht, den Tag hinter sich zu lassen und einfach mal auszuschlafen. “I wanna sleep, wanna keep my eyes closed”. Na dann, gute Nacht!


KALEO – Way Down We Go

Album: A/B (Vö: 10.06.2016)

KaleoKALEO – das ist ein hawaiianisches Wort und bedeutet so viel wie Klang. Hinter diesem vielversprechenden Bandnamen stecken jedoch keine Hawaiianer, wie sich nun vermuten ließe, sondern ganz im Gegenteil: vier Jungs aus Island. KALEO feiern in ihrer Heimat schon seit ihrer Gründung 2013 einen riesen Erfolg. Ihre ersten fünf Singles landeten allesamt direkt auf Platz 1 der Charts. Wie kann es auch anders sein? Ihre charmante und wahnsinnig einnehmende Mischung aus Folk, Blues und Indie-Rock und dazu die markante, soulige Stimme des Sängers Jökull Júlíusson machen die Band zu einem heißen Kandidaten für den nächste großen Über-Hit. Die Vier haben sogar schon erste Erfolge in den USA, wo sie inzwischen auch leben. So wurde die aktuelle Single „Way Down We Go“ von der HBO-Serie “The Leftovers” als Titeltrack gewählt. Jetzt wollen KALEO mit ihrem Debütalbum A/B auch noch Europa für sich erobern, wo sie bisher maximal ein Geheimtipp waren. Wohl nicht mehr lange!


ADIAM – Dead Girl Walking

Single: Dead Girl Walking (Vö:20.05.2016)

AdiamDie schwedisch-eritreische Künstlerin ADIAM besticht auch in ihrer aktuellen Single “Dead Girl Walking” wieder vor allem mit ihrer glasklaren, dunklen R&B-Stimme, mit der sie über ihre sehr persönlichen, tiefsten Gefühle und – natürlich – vor allem über Herzschmerz singt. Der Song erzählt eindringlich und in vielen Metaphern von der Verzweiflung, der Wut und vor allem der hilflosen Taubheit, der man ausgeliefert ist, nachdem man von seiner großen Liebe betrogen wurde. Dabei bleiben ihre Pop-Songs trotz aller Emotionsbeladenheit und Tiefgang gefällig und leicht. Und dank elektronischer Elemente kann man sogar ein wenig die Füßen zum Beat wippen.


HAVINGTON – Curiosity (2:34)

EP: Curiosity (Vö: 06.04.2016)

HavingtonDas Newcomer-Trio HAVINGTON aus Bremen laden mit den vier Songs auf ihrer Debüt-EP Curiosity zum Entspannen und Träumen ein. Melancholischer Indie-Folk mit eingängigen, leichten Gitarrenmelodien, begleitet von dem einfühlsamen zweistimmigen Gesang des Sängerpaars. Direkt möchte man mit einem Glas Wein auf einer Picknickdecke sitzen und einen lauen Sommerabend genießen. Kaum zu glauben, dass Sänger Malte, Sängerin Luka und Schlagzeuger Tom bei ihrem reifen Sound tatsächlich noch allesamt Teenager unter Zwanzig sind. Wahrscheinlich entspringt ihrer jugendlichen Neugier auch der Name der EP und des Titeltracks “Curiosity”. Da sind auch wir gleich neugierig auf mehr von den drei Bremern!


ANNE HAIGHT– Love Game

Album:  In the Darkness (Vö: 03.06.2016)

AnneHaightIm November 2014 erzählte ANNE HAIGHT im Interview mit couchFM, dass ihr nächstes großes Vorhaben sei, Schlagzeug zu lernen. Ob sie das wirklich getan hat? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen auf jeden Fall, dass sie die Zwischenzeit genutzt hat, um ihren Debüt-Langspieler auf den Weg zu bringen, für den sie ein ganzes Jahr im Studio arbeitete und nun im Juni erscheinen wird. Auf In the Darkness zaubert die Wahl-Berlinerin melancholischen Folk-Pop und besingt die Vergänglichkeit der Dinge. So vergleicht sie in ihrer Single “Love Game” die Liebe mit einem Computerspiel, bei dem der Spieler mehrere Leben – oder romantisch ausgedrückt: Herzen – hat. “Go back to the start / You’ve got another heart / And if you lose it all / love game is over”. Die Message dieses Duetts mit Jody Gadsden, dem Sänger der Londoner Band Autoheart, ist aber eine positive: Niemals den Glauben an die Liebe verlieren, denn selbst nach einem Game-Over, gibt es immer einen Neustart.

Good-to-Know: Am 01.06.2016 findet das Releasekonzert für das Album In the Darkness im Badehaus Szimpla, Berlin statt.


DYKI LYS – Taiga

Album: City Hunter (Vö: 13.03.2016)

Bild2DYKI LYS sind unser Musiknerdsbeitrag diese Woche und lesen bzw. reinhören könnt ihr hier.