Interview: Mona

Mona
Die Band Mona aus Nashville, mittlerweile zu fünft (v.l.n.r. Zach Lindsey, Nick Brown, Alex Lindsey, Jordan Young, Justin Wilson). | © Pressefoto Mona

“Es ist wie eine Ehe”

2011 erschien das selbstbetitelte Debütalbum der Band Mona und wird von den Kritikern allseits gelobt. Schnell geht es für die Rocker aus Nashville bergauf. Sie spielen auf den großen Festivals und touren mit Größen wie Noel Gallagher oder den Kings of Leon. Das zweite Album folgt zügig. Doch dann ist drei Jahre lang nichts von der Band zu hören. Doch nun sind sie mit ihrer EP In the Middle wieder da.

MUSIKNERDS

Wir haben mit dem Sänger der Band Nick Brown über ihre neue EP gesprochen, warum er die Band mit einer Ehe vergleicht und dass das Musikersein nicht so ist, wie in den Dokufilmen gezeigt wird.

couchFM: Hi Nick, beschreib doch einmal kurz was man bei einem Gig von Mona erwarten kann.

Nick Brown: Wir sind eine richtige Band, die ihre Instrumente spielt, und unsere Live-Shows versuchen wir so interaktiv und so intensiv wie möglich zu machen. Wir mögen es, wenn das Publikum mitsingt und wir versuchen die Leute zu involvieren. Wir sind definitiv eine Band ‚for the people‘, wir machen Musik für Menschen und wir wollen leicht zugänglich sein und die Leute zusammen bringen.

Ihr seid eine Rockband, würdet ihr euch je in anderen Genres versuchen?

NB: Ich werd wahrscheinlich nie rappen, aber klar, auf der EP sind jetzt auch mehr elektronische Einflüsse zu hören wie bei „Don’t Shave My Coin“. Anders als bei unseren ersten zwei Alben, wo alles ‚echte‘ Instrumente waren. Naja mal schauen, wo es uns hinführt, aber ich hab jedenfalls nicht dagegen neues auszuprobieren, so lange es natürlich ist und nicht übertrieben oder aufgesetzt ist.

Du hast eure EP In the Middle angesprochen. Gibt es darauf ein Leitmotiv, ein Thema?

NB: Es gibt so ein ‚Push and Pull‘-Motiv wie bei den Songs „In the Middle“ oder „Us and Them“. „Judas“ geht um Verrat, „Bones“ ist über eine Beziehung, die auch eine Art ‚Push and Pull‘ in sich hat und dann „Don’t Shave My Coin“… hmm ja da ist auf jeden Fall eine Sehnsucht oder auch ein Verlangen in all diesen Songs, wo man entweder der Held sein will oder nach einem Helden sucht oder so. Aber ich denke alle Songs, vor allem auf der EP, aber auch was später aufs Album kommt, die handeln alle von einem Übergang von einer Situation in eine andere.

Veränderung, Neuanfang also – war das auch ein Thema, dass die Band sehr beschäftigt hat?

NB: Ja klar, wir haben ein komplett neues Team. Neue Bandmitglieder, neues Label, neuer Manager. Wir sind auch alle buchstäblich umgezogen. Es gibt viele Veränderungen, wir versuchten uns über einiges klar zu werden und was unser nächster Schritt sein wird und wie wir das anstellen.

Das passt auch zu meiner nächsten Frage, denn ich habe gelesen, dass ihr in den letzten Jahren auch nach dem Sinn und dem Ziel gesucht habt und diesen nun wieder gefunden habt. Stimmt das?

NB: Ich denke als Künstler, Schauspieler oder Poet gibt es eine Zeit in der du arbeitest und produzierst und dann gibt es eine Zeit, wo du realisierst, dass deine Zeit vorbei ist und man etwas neues machen sollte. Es gibt viele Bands, die sind Bands für fünf Jahre und dann war’s das. Und wir mussten uns alle die Frage stellen, erstens, machen wir weiter oder nicht? Und dann, wenn wir weitermachen, wie? Was ist unsere Vorgehensweise? Es gab viele Fragen für uns, aber im Endeffekt ist es wie eine Ehe. Du musst dich täglich dafür entscheiden und dabei bleiben. Wir sind jetzt fünf Mitglieder und wir entscheiden uns jeden Tag dafür, füreinander zu kämpfen. Man erinnert sich eigentlich ständig selber daran, warum man in einer Band sein wollte und wie es sich angefühlt hat selbst zum ersten Mal z.B. die Beatles oder Nirvana gehört zu haben. Dieses Gefühl, das dir eine Band geben kann und genau das für andere zu sein. Musik ist schon eine alberne Sache, aber es ist auch die mächtigste Sache der Welt. Es ging uns darum unseren Platz zu finden und das nicht mit Ego zu machen sondern mit Bescheidenheit und Dankbarkeit. Das ist ein Prozess und wir haben darüber viel nachgedacht.

Das hört sich so an, als gab es eine Zeit, wo ihr alles hinschmeißen wolltet?

NB: Ja, wir haben das nicht so direkt zueinander gesagt, aber man grübelt natürlich ständig, ob das was man tut auch richtig ist und ob es Sinn macht oder von Bedeutung ist. Und für uns und die Leute, die uns unterstützen und hören, tut es das im Moment.

Was würdet ihr jüngeren Bands, die gerade erst anfangen raten und auf den Weg geben wollen?

NB: In einer Band zu sein ist nicht wie in einer Doku. Wenn man anfängt ist man von tausend Sachen beeinflusst, du hörst viel Musik, siehst dir die Musiker-Dokus an und das formt diese Idee wie die Musikindustrie funktioniert, wie Radio funktioniert oder wie das Touren ist. Aber wenn du es dann mal machst, dann realisierst du, es ist nie so, wie du dir das vorgestellt hast. Deswegen, wenn man anfängt in einer Band zu spielen, sollte man sich fragen, warum man das macht und was man zu sagen hat. Die meisten Künstler haben einen Grund warum sie das tun, was sie tun. Einige wollen nur reich und berühmt werden, dann ist Musiker sein nicht meine Empfehlung. Entwickle lieber eine App oder gründe eine Tech-Company oder mach was in der pharmazeutischen Industrie. Ich denke, die Menschen brauchen Musik zum Überleben – es ist eine Verantwortung, die Spaß macht, aber auch ziemlich heavy sein kann und man muss sicher sein, dass man es liebt!

Wie versteht ihr euch innerhalb der Band? Gibt es viele Diskussionen oder seid ihr sehr harmonisch?

NB: Erstaunlicherweise sind wir sehr friedlich und harmonisch. Wir sind fünf Typen mit komplett unterschiedlichen Persönlichkeiten und verschiedenen Talenten und Meinungen, aber wir vertrauen einander und streiten kaum. Sogar im Studio streiten wir fast nie. Hin und wieder gibt’s Meinungsverschiedenheiten, aber das geht. Wir halten uns eher gegenseitig den Rücken frei.

Du hast angedeutet, dass es ein Album gibt, kannst du mehr verraten?

NB: Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es 10 Songs darauf. Alle neu. Es werden keine Songs von der EP übernommen. Wir haben noch keinen Namen oder Releasedate oder sowas. Wir gucken erstmal wie die EP so ankommt. Aber wir sind sehr stolz darauf und die Leute werden, naja sagen wir so, es gibt ein paar neue Richtungen auf dem Album, daher werden Leute, die Mona mögen, eventuell erst mal überrascht sein, wo wir uns manchmal hinbewegen. Etwas mehr elektronisches, einiges ist etwas ruhiger, es gibt aber auch typischen Mona-Rocknroll.


Jetzt anhören:


Wir haben Nick noch nach dem obligatorischen selbstgemalten Porträt der Band gefragt und hier unten ist das Resultat:


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Autorin:

Christina