Medizinstudierende an der Corona-Front

Um einem Personalnotstand in der Corona-Krise vorzubeugen, schlägt Gesundheitsminister Spahn vor, Studierende für die Behandlung von Corona-Patienten einzusetzen. Aber ist das realisierbar?


UNIDSCHUNGEL
Jetzt anhören:


Die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, ist das Credo der aktuellen Stunde. Hintergrund ist die Befürchtung, dass es in den Krankenhäusern nicht genug Schutzausrüstung, Beatmungsgeräte und auch Personal geben könnte, um alle Corona-Patient*innen medizinisch zu versorgen. Um einem Personalnotstand vorzubeugen, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Brief die Klinikleitungen darum gebeten, auf Ärzt*innen im Ruhestand und auch auf Studierende zurückzugreifen.

Über die Realisierbarkeit einer solchen Maßnahme sprach couchFM Redakteur Florenz mit Jan Fredrik Hollander von der FSI Charité. Jan ist im 7. Semester seines Medizinstudiums und macht gerade seine Famulatur, also sein medizinisches Praktikum, in einer Berliner Hausarztpraxis. Auch dort machen sich die Patienten Sorgen: Habe ich mich angesteckt? Jemand aus meinem Umfeld? Wo kann ich mich testen lassen? Was macht das Virus mit mir?

Als Fachschaft gingen sie aktiv auf die Gesundheitsämter und Krankenhäuser zu, sagt Hollander und verweist auf die vielen motivierten Studierenden, die ihre Hilfsbereitschaft bereits signalisiert hätten. Natürlich, sagt Hollander auch, könne man keine Pflegekräfte ersetzen, sicher aber bei der Arbeit unterstützen, zum Beispiel beim Erledigen von Botengängen, der Dokumentation, beim Blutabnehmen oder bei Abstrichen. Viele seiner Kommiliton*innen hätten vor ihrem Studium eine Ausbildung im medizinischen Bereich absolviert; unter denen sei die Möglichkeit zu helfen am größten. Für das Sommersemester erwartet Jan gravierende Änderungen: Durchs Ausweichen auf digitale Lehrplattformen werde es „ein ganz anderes Semester als gewohnt“.

Weiterführende Links

Fachschaftsinitative Medizin der Charité

Corona-Update der HU Berlin

Aktuelle Informationen der Senatskanzlei für Wissenschaft und Forschung


Autor:


Florenz