International Mother Language Day

Der „International Mother Language Day“ der Vereinten Nationen (UN) feiert jährlich am 21. Februar die weltweite Sprachenvielfalt. Er erinnert auch an Ereignisse der Ermordung vierer Studierende am 21. Februar 1952, weil sie sich dafür einsetzten, ihre Muttersprache Bengalisch offiziell zu verwenden.


KULTURKOMPASS

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Was ist der „International Mother Language Day“?

Am 17. November 1999 erklärte die UNESCO den 21. Februar zum „International Mother Language Day“ oder „Internationalen Tag der Muttersprache“. In vielen Teilen der Erde ist er ein wichtiger Tag im Jahr. In Bangladesch ist es der Jahrestag in der Geschichte des Landes. Bei der Teilung Indiens im Jahr 1947 wurde die Provinz Bengalen, nach den vorherrschenden Religionen in Pakistan und Bangladesh geteilt. Proteste von Studierenden der Universität von Dhaka, wurden mit Schußwaffengebrauch unterbunden. Es kamen vier junge Menschen ums Leben, weil sie in ihrer Muttersprache Bangladesch und nicht, wie von der Regierung festgelegt, in Urdu unterrichtet werden wollten.

Menschen legen heute Blumen an dem Shaheed Minar – Märtyrerdenkmal ab. Sie kaufen auch Gedenkarmbänder für sich selbst oder für Verwandte; bereiten ein festliches Essen zu und organisieren Veranstaltungen, Preisverleihungen oder Literaturwettbewerbe. Es ist eine Zeit die Kultur Bangladeschs und die bengalische Sprache zu feiern. Mittlerweile ist der „International Mother Language Day“ zu einem Gedenk- und Feiertag der sprachlichen Vielfalt geworden.

Sprachenvielfalt

Alle zwei Wochen verschwindet eine Sprache, die ein ganzes kulturelles und geistiges Erbe mit sich bringt. Sprachen mit ihren komplexen Auswirkungen auf Identität, soziale Integration, Bildung und Entwicklung sind für Menschen und Planeten von existentieller Bedeutung. Das Verwenden oder Nicht-Verwenden bestimmter Sprachen kann heute in vielen Teilen der Welt für große Teile der Gesellschaft eine Tür öffnen oder schließen.

Aufgrund von Globalisierungsprozessen sind mindestens 43% der geschätzten 6.000 weltweit gesprochenen Sprachen zunehmend bedroht oder verschwinden ganz. Nur ein paar hundert Sprachen haben Platz im Bildungssystem und in der Öffentlichkeit, und weniger als einhundert Sprachen werden in der digitalen Welt verwendet. Alle Maßnahmen zur Förderung der Verbreitung von Muttersprachen dienen nicht nur der Förderung der sprachlichen Vielfalt, sondern fördern auch ein umfassenderes Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen in der ganzen Welt und ebenso die Solidarität auf der Grundlage von Verständnis, Toleranz und Dialog.

Es wächst zwar das Bewusstsein, dass Sprachen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs spielen, aber es benötigt auch Stärkung der Zusammenarbeit der Länder weltweit und die Erlangung hochwertiger Bildung für alle!!!

Audioscape

Zusammen mit dem Institut für Asien- und Afrikawissenschaften entstand eine Soundcollage mit dem Titel: „Wir sprechen dieselbe Sprache“. Sie nimmt die ZuhörerInnen mit an den Rand der menschlichen Natur; der Dystopie einer einsprachigen Welt und der Frage, welche Sprache Menschen zu ihrer einzigen machen würden:

Esperanto, Emotionen, Telepathie oder sogar künstliche Sprachen, die von einer höheren Intelligenz entwickelt werden?

Wir befinden uns in einem Konflikt: Mobilität lässt die Menschen Formsprachen sprechen; die Fixierung der Menschen an einen Ort, bewahrt die Sprachen, doch isoliert gesellschaftlich. Die Lösung ist die Förderung von Multilingualität vor Ort in jeden Bildungsstätten und Gemeinschaften.

Es bedeutet ein ganz eigener Blick auf die Welt, so wie das Meer an jeder Küste ein anderes ist, welches ganz eigene Geheimnisse verbirgt, die es zu entdecken gilt.

Die 360°-Darstellung erfreut im ersten Moment. Spielerisch ermöglicht sie, sich wie ein Vogel in der Luft zu halten, sich umzuschauen, ohne Beschwerden, ohne Schwerkraft. Doch dann verfliegt die Euphorie, bewusst wird, der Blick ist gefesselt und die Bewegungsunfähigkeit wird zum Verhängnis.

Das Foto schoß Felix Woitzel, „Gespensterwald in Nienhagen“

„Wir sprechen dieselbe Sprache“, sagen:
Christina (ENG, DEU, SPA, ESP) und Frederico (ENG, DEU, ITA), Steffi, Mathilda, Lorna (ENG, DEU, FIN), Lamis (DEU, FIN), Uta (DEU, FRA, RUS) Eva, Felix, Ute, Kathrin, Karla und ich (ENG, DEU, FRA).

Alle haben ganz freiwillig mitgemacht.

Hintergrundgeräusche sind in Rostock/Warnemünde aufgenommen: Möwen, Wellenrauschen, Windspiel 1 und 2, Fährmann’s Glockenläuten, Funk- und Störgeräusche einer Radarstation, Hundebellen.

Die Musik ist von Tim Hecker „Ghost Writing Pt. 1 / Haunt Me, Haunt Me, Do It Again.“


Autorin: 

Kali