Zeugen der Zeit in Berlin

… wo BRD und DDR noch heute gegenwärtig sind

In diesem Jahr jährt sich die Wiedervereinigung zum 25. Mal. Ein großes Jubiläum, das die ganze Republik feiern und sich erinnern lässt! Vor genau 25 Jahren, am 3. Oktober 1990, wuchs Deutschland nach 41 Jahren der Teilung wieder zusammen – zwei deutsche Staaten wurden erneut zu einem. Berlin als bisherige Zwei-Staaten-Stadt stand im Fokus des historischen Ereignisse: Schon nach dem Mauerfall im Jahr 1989 waren große Veränderungen – nicht zuletzt im Stadtbild – zu spüren. Als künftige Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands sollte Berlin in neuem Glanz erscheinen. Dabei musste vieles Altbekannte Neuem weichen. Doch glücklicherweise nicht alles!

Die drei couchFM-Redakteurinnen Marie, Sabrina und Jessica haben sich auf den Weg gemacht, um Zeitzeugen der ehemaligen Trennung der Hauptstadt zu finden. Aufgespürt haben sie Orte, die heute ganz selbstverständlich zum modernen, wiedervereinigten Stadtbild Berlins dazugehören und dabei noch Geschichten vergangener Ost-West-Zeiten erzählen.

 Das Stasi-Hauptquartier in Berlin-Lichtenberg

Das Gebäude des ehemaligen Hauptquartiers der Staatssicherheit entstand in den Jahren 1960/61 als Dienstsitz Erich Mielkes, der von 1957 bis zum Ende der DDR Minister für Staatssicherheit war. Am 15. Januar 1990 nahmen Demonstranten die Stasi-Zentrale in Besitz. Heute ist ein Teil des Gebäudes als Stasi-Museum der Öffentlichkeit zugänglich.

Haus des Rundfunks

Von 1945 bis 1950 war das im britischen Sektor gelegene Gebäude von den Sowjets besetzt und diente dem von ihnen kontrollierten Berliner Rundfunk. Heute ist der RBB mit einem Teil seines Hörfunkprogramms in dem Gebäude beheimatet.

Rias

Die Rundfunkanstalt RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) in Schöneberg wurde 1946 von der US-Militärverwaltung gegründet und bildete für die Bürger DDR das Funkrohr zum Westen. Nach der Wende wurde es Teil von Deutschlandradio.

Ku’damm / Gedächtniskirche

Nach dem Krieg wurde der Ku’damm zum Geschäftszentrum und zur beliebten Flaniermeile in Westberlin und somit zum Symbol des Wirtschaftswunders der BRD. Die Gedächtniskirche am Ku’damm ist eines der wichtigsten Mahnmale an die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges und eines der bekanntesten Wahrzeichen Westberlins.

Café Kranzler

Das Ursprüngliche Café Kranzler wurde 1825 an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden eröffnet. Im Krieg zerstört und schließlich abgerissen, entstand 1957/1958 der noch heute bestehende markante zweigeschossige Bau mit aufsitzender Rotunde und rot-weiß gestreifter Markise am Kurfürstendamm.

Messegelände

Auf dem 550.000 m²  große Messegelände befinden sich heute 26 Messehallen, in denen jedes Jahr bedeutende Messen wie die IFA (internationale Funkausstellung) stattfinden. Zum ersten Mal fand die IFA dort 1924 statt. Im zweiten Weltkrieg wurde des Messegelände weitgehend zerstört, aber 1946 wieder aufgebaut. Während der Teilung Deutschlands war das Gelände Schauplatz bedeutender Messen der BRD. Messen in der ehemaligen DDR fanden nicht in Berlin, sondern in Leipzig statt.

Der Fernsehturm am Alex

Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und 220 Meter höher als der alte Berliner Funkturm. Von 1965 bis 1969 von der Deutschen Post der DDR errichtet, diente er als Symbol eines erfolgreichen Sozialismus. Heute ist er eines der wichtigsten Wahrzeichens Berlins und prägt dessen Skyline.

Alexanderplatz

Benannt nach dem russischen Zaren Alexander I. ist der Alexanderplatz einer der zentralen Plätze Berlins und der viertbeliebteste Platz Europas. Entstanden ist der Alexanderplatz zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Im zweiten Weltkrieg wurde er stark zerstört, doch im Anschluss wieder aufgebaut. Die Um- und Aufbauarbeiten waren 1969 beendet und der Alexanderplatz glänzte mit seinen ihn säumenden Gebäuden so, wie er es noch heute tut. Zu DDR-Zeiten und kurz vor der Wiedervereinigung spielte er eine zentrale Rolle: Bei den Demonstrationen, die schließlich zum Mauerfall und der Wiedervereinigung führten, fanden die Kundgebungen auf dem Alexanderplatz statt.

Adenauer-Denkmal

2005 errichte man zu Ehren des BRD-Ex-Kanzlers Konrad Adenauer eine 1,85 m hohe Bronzestatue am Adenauerplatz. Vorbild der Statue ist ein Foto von 1949, auf dem Adenauer beim Verlassen des Sitzes der Hohen Kommission in Königswinter die Anweisung missachtete, nicht auf den Teppich, auf dem die Vertreter der Besatzungsmächte standen, zu treten.

Marx-Engels-Forum

Das Marx-Engels-Forum an der Spandauer Straße ist ein Relikt aus der DDR. Überlebensgroß sind die beiden Begründer des Kommunismus, Karl Marx und Friedrich Engels in Stein gehauen. Früher stand hinter ihnen der Palast der Republik, der Sitz der Volkskammer der DDR, der jedoch 2008 abgerissen wurde.

Bahnhof Zoologischer Garten

Der Bahnhof wurde nach dem ihm nahegelegenen Tierpark benannt und war während der deutschen Teilung wichtigster und lange Zeit eigentlich einziger Fernbahnhof West-Berlins, denn bis 1976 gab es nur den Grenzbahnhof Friedrichstraße in Ost-Berlin als weiteren Fernbahnhof für Westberlin.

(Bahnhof) Friedrichstraße

Jahrelang durch die Mauer geteilt, wurde die Friedrichstraße nach 1989 massiv bebaut und zu Berlins jüngster Einkaufsstraße. Der 1882 eröffnete Bahnhof Friedrichstraße war bis zur Wende Grenzkontrollpunkt.

Zoo Palast

Der Zoo Palast ist ein traditionsreiches Kino im Westen Berlins. Im zweiten Weltkrieg zerstört, wurde es abgerissen und 1956 wiedererrichtet. Lange Jahre war es zentrales Wettbewerbskino der Berlinale. Nach der Schließung 2010  wurde es 2013 neueröffnet.

Friedrichstadt Palast

Der Friedrichstadt-Palast – zu DDR-Zeiten entstanden hier Fersehsendungen wie ein Kessel Buntes und  der Jazzclub Kleine Melodie war dort beheimatet. 1980 wurde der alte Friedrichstadt-Palast geschlossen. 1984 entstand der neue Friedrichstadt-Palast, der sich wieder mehr auf seine Revue-Tradition vor dem Krieg besann.

Checkpoint Charlie

Der Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Berliner Grenzübergänge durch die Mauer.  Der Kontrollpunkt wurde im August 1961 infolge des Mauerbaus eingerichtet und war Schauplatz spektakulärer oft leider auch tragischer Fluchten und Fluchtversuchen. Heute ist er ein beliebtes Sightseeing-Ziel von Touristen.

Haus am Checkpoint Charlie

Das Haus am Checkpoint Charlie im Bezirk Berlin-Kreuzberg wurde 1987 im Rahmen der internationalen Bauaustellung gebaut und war als Wohngebäude für den sozialen Wohnungsbau konzipiert. Sein Architekt ist der Amerikaner Peter Eisenman, der auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in der Nähe des Brandenburger Tors entworfen hat. Heute befindet sich im Haus am Checkpoint Charlie das Mauermuseum.

Tierpark Berlin

Die zwei zoologischen Gärten Berlins, der Tierpark Friedrichsfelde im Osten und der Zoologische Garten im Westen sind ein wahres Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Nach dem Fall der Mauer überlegte man den Tierpark Friedrichsfelde zu schließen, entschied sich jedoch dagegen und es kam zu einer Kooperation mit dem Partner aus dem Westen, dem älteste Zoo Deutschlands.

Zoo Berlin

Die zwei zoologischen Gärten Berlins, der Tierpark Friedrichsfelde im Osten und der Zoologische Garten im Westen sind ein wahres Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Nach dem Fall der Mauer überlegte man den Tierpark Friedrichsfelde zu schließen, entschied sich jedoch dagegen und es kam zu einer Kooperation mit dem Partner aus dem Westen, dem älteste Zoo Deutschlands.

Unter den Linden

Unter den Linden ist die zentrale Prachtstraße Berlins. Während der DDR wurde dort von 1973-76 der Palast der Republik errichtet, das alte Stadtschloss hingegen abgerissen.  In den 2000ern wurde die Abtragung des Palastes der Republik beschlossen und seit 2010 entsteht an seinem Ort wieder das alte Stadtschloss.

Das DDR-Ampelmännchen

Nach der Wiedervereinigung sollte das für die DDR typische Ampelmännchen eigentlich von der BRD-Variante abgelöst werden, was jedoch zu Protesten in der Bevölkerung führte. Seit Januar 2005 gibt’s es die Version mit Hut auch in Westberlin.


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 Autorinnen:

Marie


 

Jessica


& Sabrina

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