Bedeutung des 1. Mai

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Der 1. Mai – warum feiern wir ihn eigentlich?

Vom 1. Mai haben wir ganz unterschiedliche Bilder im Kopf: einen arbeitsfreien Tag, Krawalle auf der Straße, Demonstrationen und Feste wie „Tanz in den Mai“ und die Hexen der Walpurgisnacht… Wir haben uns aus aktuellem Anlass einmal genauer mit dem „Tag der Arbeit“ beschäftigt und nachgefragt, ob denn die Berliner wissen, warum dieser Tag überhaupt gefeiert wird.

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VON LIZZIE UND YVONNE
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Der „Tag der Arbeit“ ist nicht nur in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, sondern beispielsweise auch in Liechtenstein, Belgien und Teilen der Schweiz. Sein Ursprung liegt unter anderem in Australien, wo Arbeiter im Jahre 1856, also bereits vor über 150 Jahren, für den Achtstundentag demonstrierten. Später griffen Vertreter der nordamerikanischen Arbeiterbewegung die Proteste auf. Es gab Massendemonstrationen, Straßenschlachten und sogar einen Bombenanschlag, für den unschuldige Menschen hingerichtet wurden. Das Ereignis in Chicago 1886 ist noch heute als sogenannte Haymarket-Affäre bekannt und erklärt, warum der 1. Mai auch als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ bezeichnet wird.

In Deutschland scheiterte im Jahr 1919 ein Gesetz, das den geschichtsträchtigen Tag zum gesetzlichen Feiertag erklären wollte. Das geschah dann erst unter den Nationalsozialisten. Noch im Jahr der Machtergreifung Hitlers, 1933, wurde der 1. Mai zum sogenannten „Feiertag der nationalen Arbeit“ erklärt. Dabei wurden gleichzeitig – welche Ironie – die Gewerkschaften aufgelöst und verboten. Nach dem Krieg blieb der Feiertag bestehen. In der DDR wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ begangen – so wie auch in anderen sozialistischen Ländern. Besonders schwere Unruhen gab es am 1. Mai 1987 in Berlin-Kreuzberg. Bekanntlich kann man dort noch immer jedes Jahr am 1. Mai volle Straßen und Großeinsätze der Polizei erleben.

Die genaue Bezeichnung des Feiertags ist heute Ländersache; in Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat man sich für den „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“ entschieden. Auch wenn sich die Bedeutung dieses Feiertages über die Zeit gewandelt hat, ist der 1. Mai doch eigentlich immer noch ein guter Anlass, um sich an die Kämpfe zu erinnern, die Arbeiter und Gewerkschaften in der Vergangenheit auszufechten hatten – sodass wir heutzutage unserer Arbeit in (hoffentlich meistens) geregelten Zeiten nachgehen können.


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Autorinnen: Lizzie und Yvonne

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