Ásgeir: (K)ein Mensch der leisen Töne

FLUT
Ásgeir Trausti Einarsson, so heißt der Künstler mit vollem Namen ׀ © jajajamusic.com

Einmal Laugarbakki, Reykjavík und die Welt zurück bitte!


Frage: Wie gut kennst Du Dich mit Islands Musikszene aus? A) Ein bisschen B) Björk? oder C) Wo liegt nochmal Island?

MUSIKNERDS


Gut, etwas überspitzt sind die oben gestellten Fragen schon. Aber die isländische Musikszene dürfte für viele doch unbekannter sein, als die neuesten Chartbreaker aus den USA. Zum Glück gibt es Ásgeir, der mit vollem Namen Ásgeir Trausti Einarsson heißt. Bei seinen isländischen Veröffentlichungen wird er deshalb auch in den Credits als Ásgeir Trausti aufgeführt. Aber weg von den Namen (die sich für Deutsche eher wie ein wilder Buchstabensalat lesen lassen) und zurück zur Musik. Bevor der Hype um seine Person los ging, hat er zuvor für eine andere Band namens “The Lovely Lion” gespielt, die sich nicht so ganz zwischen Folk und Jungle entscheiden konnten. Und die Musik liegt ihm im Blut, Ásgeir kommt aus einer ziemlich musikalischen Familie. Die Mutter ist Musiklehrerin, der Vater spielt mehrere Instrumente, wie auch seine anderen fünf Geschwister.

Apropos: Ásgeirs Vater, Einar Georg Einarsson, spielt eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Genauer gesagt bei den Liedtexten, denn einen Dichter als Vater zu haben, war bei der Produktion des ersten Albums Dýrð í dauðaþögn ziemlich hilfreich. Ásgeir ist nämlich mehr ein Mann der Noten, als ein Mann der großen Worte: “Ich habe nicht so sehr das Bedürfnis, mich in Worten auszudrücken. Mir reicht die Musik. Der Producer meinte, wir sollten versuchen, etwas auf isländisch zu machen. Mein Vater ist Dichter und er hat auch schon Texte geschrieben. Also habe ich ihm einen Song geschickt und er hat den Text dazu geschrieben. So ist es passiert. Drei Texte hat dann noch ein Freund von mir geschrieben.” (FastForward Magazine, 02. Mai 2017).

Gestört hat das aber keinen, denn 2012 regneten für den isländischen Künstler mehrere Preise bei den Icelandic Music Awards herab: für das beste Album des Jahres, als bester Newcomer (Pop, Rock and Blues) sowie der Public Choice Award, um mal einige zu nennen… Sein zweites Album Afterglow, welches im Mai 2017 veröffentlicht wurde, konnte für nicht ganz so viel Tumult sorgen. Waren es doch die Klänge der isländischen Sprache, die das Debütalbum ausmachten, glänzen diese nun mit Abwesenheit. Englisch ist halt nicht immer Trumpf.

 

Zum Abschluss gibt es aber noch eine tolle Aktion, die Ásgeir im Juli 2017 ins Leben gerufen hat: “[…] Ásgeir recorded 30 unique 7″ vinyls during his 24h Straight to Vinyl recording marathon, broadcasted as live slow TV on the Icelandic national television and on Ásgeir’s Youtube channel world-wide. […] In the last few weeks, Ásgeir’s fans world-wide have had the opportunity to get their hands on one of those vinyls via treasure hunts that have taken place in different territories. BUT one of these vinyls is getting a very special treatment. It’s been turned into a bottle message equipped with a GPS-tracker. This very special bottle message was dropped in the ocean 40km Southwest of the Reykjanes peninsula on November 3rd 2017 and now we can follow its travels that may take a few weeks, months or years to see who the lucky winner will be in the end […]” (Quelle: https://www.asgeirmusic.com/straighttovinyl).

Im April 2018 kam die begehrte Flaschenpost dann endlich an Islands Ostküste an, die eine Bewohnerin namens Sigrún Sigurpálsdóttir gefunden hat (und natürlich behalten durfte). Also Leute, falls Ihr mal in Island seid und Euch eine Flaschenpost mit einem Album entgegen schwimmt… dann ist sie mit Sicherheit von Ásgeir.

Weiterführende Links:
Offizielle Homepage
Facebook
Ásgeir im Interview (FastForward Magazine)
Ásgeir: An introvert in a world of extroverts (Youtube)


Delilah

Autoren:

Delilah