Alternative: Second Hand

Second Hand Titel
Hindi Kiflai präsentiert Second-Hand-Alternativen auf ihrem Blog dailyrewind.de

Second Hand als Gewissensfrage –
Eine Alternative zur Textilindustrie

Arbeitsbedingungen in der Textilbranche stehen immer wieder hart in der Kritik, insbesondere nach Ereignissen wie dem Einsturz der Textilfabrik „Rana Plaza“ in Bangladesch 2013. Die zumeist weiblichen Textilarbeiterinnen kommen oft für den Lebensunterhalt ihrer Familien auf, sind so abhängig von ihren Arbeitsplätzen und können sich nur schwer gegen Ausbeutung wehren. Neben niedrigen Löhnen sind die langen Arbeitszeiten, die schlechte Belüftung der Fabriken und die niedrigen Sicherheitsstandards zu kritisieren. Immer wieder fallen Arbeiterinnen in Ohnmacht, kommt es zu Arbeitsunfällen oder zu Fabrikbränden.
Die couchFM-Reporter Louis und Lukas haben sich nach Alternativen umgesehen.

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GESPRÄCHS-
STOFF
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Jetzt anhören:
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VON Louis


und Lukas
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(Credit Soundbett im Beitrag: „Forget“ von Nemesis)

0,6% für Arbeiterinnen

Die niedrigen Produktionskosten, möglich durch niedrige Löhne und katastrophale Arbeitsbedingungen, sichern Textildiscountern wie Primark, KiK und auch H&M vergleichsweise große Gewinnmargen. Aber nicht nur Billigklamotten werden unter gefährlichen Bedingungen produziert. Teure Modemarken wie etwa Adidas, Nike und Hugo Boss profitieren oft noch stärker von geringen Produktionskosten. Deutlich wird das an folgendem Beispiel:

Infografik_Produktionskosten_T-Shirt_deutsch

Ein in Bangladesch gefertigtes T-Shirt geht für 29 Euro über die Ladentheke. Davon bekommen die Arbeiterinnen gerade einmal 28 Cent. Der Lieferant vor Ort kann einen Profit von 1,15 Euro einstreichen, die Marke gar einen von 3,61 Euro. Die Handelsspanne, also die Miete des Ladens, die Löhne der Verkaufenden und der Gewinn machen 59% des Preises aus. Je teurer ein Produkt, desto größer können Handelsspanne und Profite werden, weil die Löhne der Näherinnen oft nicht mitsteigen.

Second Hand-Kleidung

Natürlich haben Konsumierende nur geringe Möglichkeiten das zu ändern. Sie können aber versuchen, die negativen Auswirkungen ihres Konsums möglichst gering zu halten. Zum Beispiel, indem sie sogenannte „faire Kleidung“ kaufen. Eine weitere, wesentlich preiswertere, Möglichkeit ist es, schon einmal getragene Kleidung zu kaufen und weiter zu nutzen. Second Hand-Kleidung unterstützt nicht das System, in dem Menschen unter so üblen Bedingungen arbeiten müssen, außerdem verlängert sie die Lebenszeit von Kleidungsstücken und wirkt so einem Mechanismus entgegen, von dem die Textilindustrie massiv profitiert.

Hindi Jumpsuite
Hindi Kiflai von www.dailyrewind.de im Jumpsuit

DailyRewind

Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie schön SecondHand-Kleidung sein kann, liefert Hindi Kiflai auf ihrem Fashionblog Daily Rewind. Ein Jahr lang kleidet sich die Hörfunkjournalistin jeden Tag neu ein – und zwar komplett in SecondHand! Dabei beweist sie, dass „gebraucht“ mitnichten „verbraucht“ heißen muss. Im Gegenteil, stilsicher und außerordentlich schick präsentiert sie die 365 Outfits. Im Interview mit couchFM erzählt sie von den großen Auswirkungen ihres Blogs auf das Kaufverhalten junger Menschen, und wie sie es mit Hilfe der  Nichtregierungsorganisation Oxfam geschafft hat, jeden Tag aufs neue eine extravagante Second Hand-Kreation zu komponieren.

HindiOverallSandale03
Hindi Kiflai schwört auf den Zauber von Second Hand
HindiJeans
Auf ihrem Blog überzeugt Hindi Kiflai mit 365 verschiedenen Outfits

Oxfam

Oxfam ist eine internationale Entwicklungsorganisation, die sich für eine gerechtere Welt ohne Armut einzusetzen versucht. Neben kurzfristiger Katastrophenhilfe und langfristigeren Projekten zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung und Geschlechtergerechtigkeit, ist Oxfam vor allem für seine öffentlichkeitswirksame Kampagnenarbeit bekannt. Oxfam finanziert sich durch Spendengelder, Drittmittel und zu rund einem Drittel durch die sogenannten Oxfam Shops: In vielen deutschen Großstädten spenden Menschen vor allem Kleidung und Bücher an diese Läden, in denen jede und jeder mit einem guten Gewissen einkaufen darf. Während Second Hand in vielen Fällen oft einfach eine weitere kapitalisierte Einkaufsmöglichkeit geworden ist, unterstützt ein Besuch im Oxfam Shop die Entwicklungszusammenarbeit und Regierungskritik der NGO. Das ist auch ein Grund, weshalb Hindi Kiflai sich auf eine Zusammenarbeit mit Oxfam eingelassen hat und sich ihre Klamotten in den Frankfurter Filialen leiht. In Berlin hat Oxfam mittlerweile vier Shops eröffnet. Anfang September soll ein weiterer dazukommen, der dann auch nicht nur einfach Klamotten, Bücher und andere gebrauchte Artikel verkauft, sondern auch Oxfams Arbeit repräsentieren und Bühne für Veranstaltungen aller Art sein soll.


Weiterführende Links:

Daily Rewind

Oxfam


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Autoren:
Louis
& Lukas

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