Klangkompott | Alles nur geklaut?!

Coversongs Titelbild
Cover oder Original? Manchmal weiß man es nicht so genau | Quelle: couchFM

Einmal querbeet durch das Cover-Chaos

Ob als Hommage an einen Künstler, als musikalische Herausforderung, als Liebeserklärung an einen Song oder einfach nur aus Spaß – nahezu jeder Musiker knüpft sich im Laufe seiner Karriere das ein oder andere Lied eines anderen Künstlers vor und interpretiert es auf seine Weise.

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KLANGKOMPOTT

Friedi

VON Hannah

Dummi

UND Christina

Es ist ein ewig währendes Streitthema unter passionierten Musikliebhabern: Was ist besser – Cover oder Original? Und Cover-Songs gibt es ja wirklich zur Genüge um diese Diskussion immer wieder aufs Neue anzufachen. Einigen kann man sich aber zum Glück wenigstens auf Eines: spannend ist ein Cover immer dann, wenn es nicht nur ein billiger Abklatsch eines Originals ist, sondern ein Künstler sich das fremde Lied zu Eigen macht und im individuellen Stil neu und anders interpretiert. Und für diese Verwandlungskunst gibt es zum Glück viele wunderbare Beispiele: Wenn BEYONCÉS Pop-Hit “Crazy in Love” bei ANTONY AND THE JOHNSONS zur herzzerreißenden Ballade wird, wenn dem Klassiker “The Joker” von der STEVE MILLER BAND von den Hamburgern FETTES BROT ein deutscher Text verpasst wird oder wenn aus BEN E. KINGS peppigem Soul-Song “Stand By Me” eine düstere Rock-Nummer wird, wie es die amerikanische Band MONA gemacht hat.
MONAS ungewöhnliche Interpretation des Klassikers hat es 2014 in den Trailer der TV-Serie Hannibal geschafft und dadurch ein großes Publikum erreicht. Wie ist es für eine Band, wenn man auf Grund eines ‘geklauten’ Songs entdeckt wird?
“Unsere Version von “Stand By Me” klingt eindeutig nach MONA, da stört es uns nicht, wenn die Leute uns durch ein Cover kennenlernen, statt durch unsere eigenen Songs”, erzählt MONA-Sänger Nick Brown im Interview mit couchFM.

Mona-Zeichnung
Die Rockband Mona fertigt im Interview mit couchFM ein schniekes Selbstportrait an. | Quelle: couchFM

Gerade in den 50er bis 70er Jahren haben sich Musiker am laufenden Bande bei fremden Songs bedient. Historische Rock-Giganten wie ELVIS PRESLEY oder JOE COCKER landen beispielsweise ihre größten Hits fast ausschließlich mit Cover-Songs. Aber auch viele jüngere Pop-Erfolge sind nicht selten Neuinterpretationen von zum Teil unbekannten Songs. Bei vielen Hits weiß man dann oft gar nicht, dass sie eigentlich gecovert sind. Und hier wird es schwierig: welcher Künstler verdient dann die Lorbeeren, wenn der Erfolg eines Covers, den des Originals übersteigt?

Ach, lasst euch von diesen schwierigen Diskussionen über Cover-Songs nicht den Spaß daran verderben! Mal gefällt eine Version besser, mal eine andere, mal wird eines zum Hit und das andere ein Flopp. Aber das Alles zeigt im Grunde ja nur etwas Gutes: Es ist eben nicht “alles nur geklaut”!