Weg ins Studium?

Im Sommersemester ist das Programm der FU in die zweite Runde gegangen und kommt offenbar besser an als zu Anfang. | Quelle: https://www.flickr.com/photos/maha-online

Das Uni-Programm für Geflüchtete „Welcome@FU“

Seit Herbst 2015 bietet auch die Freie Universität ein Programm für Geflüchtete an, um ihnen den Weg in ein Studium zu ebnen. Ein Zwischenbericht:
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Melanie Boeff


VON Mel
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An der Freien Universität will man das über das Programm „Welcome@FU“ schaffen. Derzeit nehmen 60 Flüchtlinge an dem 2015 geschaffenen Programm teil. Dreimal die Woche lernen sie in Berlin-Lankwitz Deutsch oder Fächer wie Mathe und Physik.

Mohammed Said ist einer von ihnen. Der 20-jährige Syrer lebt seit zehn Monaten in Deutschland, seit einem halben Jahr lernt er in Lankwitz im Rahmen des Programms „Welcome@FU“. In Damaskus hat er bereits ein Semester Informatik studiert. Doch der Bürgerkrieg in seiner Heimat ließ schon bald kein Leben in Sicherheit mehr zu. Wie so viele, floh er 2015 nach Deutschland. Hier erhofft er sich, sein Informatikstudium in Sicherheit wiederaufnehmen zu können. Das Programm der FU soll ihn darauf vorbereiten. Eigentlich würde Mohammed gerne schon zum kommenden Wintersemester starten. Doch große Chancen rechnet er sich nicht auf einen Studienplatz aus – sein Deutsch ist noch zu schlecht. Für Informatik braucht er das Sprachniveau C1, das wird er sehr wahrscheinlich nicht bis Oktober erreichen. Für Mohammed bedeutet das: weiter warten, wahrscheinlich noch ein Jahr. Trotzdem ist er sehr froh, an dem Programm der FU teilnehmen zu können. „Es gibt hier sehr gute Lehrer und nicht so viele Leute in der Klasse“, sagt er begeistert.

Auch FU-Präsident Peter-André Alt ist froh über die Entwicklung des Programms. Als letzte der drei Berliner Universitäten rief die FU im vergangenen Herbst ein Programm für Geflüchtete ins Leben. Und dann waren die Plätze zu Anfang nicht ausgelastet. Im Sommersemester ging das Programm nun in die zweite Runde – inzwischen scheinen mehr Leute von „Welcome@FU“ zu wissen: „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Resonanz beim zweiten Mal so viel höher war als beim ersten Mal. Das heißt, dass sich das Programm herumgesprochen hat und gut ist“, sagt Alt.

Seit April können die Geflüchteten theoretisch auch Leistungspunkte erwerben, sofern sie sich für ein Studium an der FU qualifiziert haben. Das war bisher nicht möglich. In der Praxis bleibe das allerdings immer noch eine Ausnahme, sagt FU-Präsident Alt. Oft liegt das an fehlenden Sprachkenntnissen der Geflüchteten. Auch bei Mohammed ein Problem – damit er noch schneller ins Studium einsteigen kann, würde er gerne noch mehr Stunden in der Woche Deutsch lernen. „Nur drei Tage von sieben Tagen – das ist nicht genug für uns“, sagt Mohammed.

Die Ungeduld von Mohammed und anderen Teilnehmern kann FU-Präsident Alt verstehen. Trotzdem mahnt er zur Geduld: „Man merkt, wenn man mit ihnen spricht: Sie wollen schnell vorwärtskommen und da möchte man sie eigentlich drin bestärken, aber andererseits ist es so, dass ein Schritt nach dem anderen gemacht werden muss“, sagt er. Dann sei es manchmal besser, nicht zu früh ins Studium einzusteigen, um nicht frustriert zu sein.

Ab dem kommenden September können dann rund 70 Personen neu in das Programm starten. Dann soll es in Lankwitz auch spezielle Vorbereitungskurse für zum Beispiel Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften geben, die ein Jahr laufen. Für das kommende Wintersemester haben sich derzeit 190 Studierwillige beworben. Viele Anmeldungen seien nach Angaben der FU aber unvollständig. Interessierte können sich also noch bewerben.

In Zukunft will die FU den Bereich Deutsch als Fremdsprache verstärken. Dabei sei es nach Angaben von Präsident Alt enorm wichtig, dass sich genug Studierende bereit erklären, Geflüchtete in Deutsch zu unterrichten. So könnte dann vielleicht auch Mohammed schneller an sein Ziel kommen – endlich wieder Informatik studieren.

Weiterführende Links:

Die Flüchtlingsprogramme der Berliner Unis:

Programm Welcome@FU | Programm der TU | Programm der HU


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Melanie Boeff

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Mel

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