Roller Derby

Roller Derby
Die Frauen der Berliner Teams beim Training. Trainiert wird bis zu 4 mal in der Woche („plus Mucki-Bude“). | Quelle: Dana

Körperkontakt-Sport mit strengen Regeln und viel Frauenpower

Wer den Film Roller Girl (Originaltitel “Whip It” – 2009) von Drew Barrymore und mit Ellen Paige gesehen hat, weiß zumindest grob, wie es beim Roller Derby zugeht. Dass der Film trotzdem noch sehr weit entfernt ist von ihrer Realität, erzählen die Frauen der Berliner Roller Derby Teams im Interview mit couchFM.

Jetzt anhören:

KULTURKOMPASS

VON Dana

Zu Beginn ein kleiner Witz, der bei den Interviews gefallen ist: Woran erkennst du ein Roller Derby Girl? — Antwort: Sie wird dir davon erzählen. Ganz bestimmt! Und so ist es auch. Doro alias Donner Doro und Katharina alias Mia Missile erzählen so begeistert von ihrem Sport, dass ich mich am liebsten sofort auf die Rollschuhe schwingen möchte und ein paar Runden mit ihnen drehen möchte. Allerdings bekomme ich beim Zusehen auch ziemlich schnell Respekt vor dem Sport und bleibe lieber am sicheren Rand.
Da Roller Derby ein Vollkontakt-Sport ist, geht es auch beim Training ordentlich zur Sache. Doro und Katharina erklären aber, dass es für den Körperkontakt strenge Regeln gibt. Und Katharina fügt hinzu:

„Es passiert schonmal in ‘nem Trainingsspiel, dass ich jemandem aus Versehen was auf die Nase gebe, und danach sage ‘oh, Tschuldigung, sorry, alles ok?’, obwohl wir im gegnerischen Team sind. Es geht also nicht darum, den anderen weh zu tun, und wenn jemand ankommt, der diesen Sport machen will, nur um jemanden ordentlich eins reinzugeben, dann ist diejenige hier auf jeden Fall falsch.“

Aber nicht nur für den Körperkontakt sondern auch für alles andere gibt es genaue Regeln. Nach Doros Erklärungen der Regeln schwirrt mir der Kopf und ich verstehe, warum Anfängerinnen sogar einen schriftlichen Test ablegen müssen, bevor sie auf den Track, also auf das Spielfeld dürfen…

Körperkontakt
Damit es zu möglichst wenigen Verletzungen kommt, wird das “Rempeln und Schubsen”, also der legale Körperkontakt an Hüften, Schultern und Vorderkörper im Training geübt. | Quelle: Dana

Und was hat es nun mit den Kampfnamen auf sich? Doro erklärt, dass die Derby Namen ein Relikt aus früheren Zeiten sind, in denen die Spielerinnen sich Alter Egos für den Sport zulegten und während der Spiele in eine andere Rolle schlüpften. Manche Derby Namen beschreiben heute den Skating Stil der Spielerin, andere sind einfach lustige Wortspiele mit den legalen Namen oder Spitznamen. Und auch die Aufmachung der Skaterinnen trete mehr und mehr in den Hintergrund, je professioneller der Sport ausgeübt wird, wie Doro weiter berichtet:

„Wenn wir n offizielles Spiel haben, tragen wir alle einheitliche Trikots. Wir haben alle ’n einheitlichen Helm und da gibt es kaum noch so ‘ne Sachen, dass man sich da Röckchen und Netzstrumpfhosen anzieht, und sich sich da irgendwie zurecht macht, oder sich halt groß schminkt oder so, beziehungsweise sich ein Alter Ego anlegt. Das gibt es vereinzelt natürlich schon, aber bei uns ist es tatsächlich eher ein Sport, der professionell ausgeübt wird.“

Wer mitmachen möchte beim Roller Derby, meldet sich zunächst bei Newbee-Kurs an, für den man eigentlich noch nicht mal skaten können muss. Dort werden Regeln erklärt und erste Skills gelernt. Danach erwartet euch eine tolle Community und außerdem viele viele Möglichkeiten, sich in den Vereinsstrukturen zu beteiligen. Und nicht zuletzt natürlich: jede Menge Spaß. Dass Roller Derby ein großer Spaß ist, kann man der Begeisterung entnehmen, die vom ganzen Team unübersehbar und unüberhörbar rüber geschwappt kommt.

Männer
Männer dürfen beim Roller Derby Schiedsrichter und sogenannte Non-Skating-Officials sein. Und natürlich anfeuern und Fahnen schwingen. | Quelle: Dana
Teambesprechung
Teambesprechung in der Pause. | Quelle: Dana

Weiterführende Links

Offizielle Seite der Berliner Teams

Mitmachen

Facebook


Autor*in:
Dana