Playlist zum Magazin vom 03.04.2015

JAMIE XX –  Loud Places

Single: Loud Places (VÖ: 15.05.2015)

Jamie xx-Loud Places.jpgEs gibt Neuigkeiten aus dem Hause xx. Endlich. Nach monatelangem Hangeln von Gerücht zu Gerücht über ein anstehendes Soloalbum. Nun wird es konkret. Der großartige Jamie Smith alias Jamie xx, gefeiertes Mitglied von The xx, präsentiert mit „Gosh“ und Loud Places“ zwei neue Songs. Einen auf solo macht Jamie xx schon seit längerem. So produzierte er unter anderem das Remix Album von Gil Scott-Heron, Tracks für Drake, Alicia Keys und Radiohead als auch Remixes für Florence & the Machine, Four Tet und Adele. Dafür: Respekt. Aber Jamie xx so ganz von The xx zu trennen verkompliziert nicht nur der Künstlername. Den Gesang auf „Loud places“ übernimmt nämlich teilweise niemand geringeres als The-xx-Komplizin Romy Madley-Croft. Auch musikalisch bleibt Jamie xx nah an The xx. Entgegen des Titels bleibt es auch in „Loud Places“ ironischerweise leise, ruhig, erhaben. Sanft haucht Madley-Croft die letzten Worte ins Mikro: „You’re in ecstasy without me/ When you come down, I won’t be around.“


EVERYTHING EVERYTHING – Distant Past

Single: Distant Past (VÖ: 18.02.2015)

Everything Everything - Distant Past.jpg“The best way to describe the genre of our new album ‚Get to Heaven‘ is ‘Baroque Obama’”, witzeln die vier Jungs von Everything Everything auf ihrer Facebook-Page.  Obama im Bach-Outfit beim diplomatischen Basketballspiel? Oder doch eher Bach im Obama-Kostüm bei der Erfindung des Hip-Hop an der Orgel? Was Everything Everything uns damit über ihr kommendes Album verraten wollen, bleibt wohl unklar. Wahrscheinlich ein lustiger Musikwissenschaftlerscherz. Das sind die 4 Mitglieder der Indie-Rock-Band nämlich, gelernte Musiktheoretiker, gleichermaßen inspiriert von Destiny’s Child bis zur Koryphäe der klassischen Minimal Music Steve Reich. Mit der Single-Auskopplung „Distant Past“ erschien nun die erste Veröffentlichung seit „Arc“ aus dem Jahr 2013. Das Album zur Single wird im Juni bei RCA Records veröffentlicht. Bis dahin heißt es wohl rätseln über „Baroque Obama“ zum Soundtrack unserer lang erloschenen Vergangenheit, „Distant Past“.
GOOD-TO-KNOW: treten im September auf dem Lollapalooza in Berlin auf.


YOUNG FATHERS – Shame

Album: White Men Are Black Men Too (VÖ: 07.04.2015)

Young Fathers - Shame“Arschlöcher bleiben Arschlöcher”, egal ob weiß oder schwarz, das macht doch wirklich keinen Unterschied, finden auch Young Fathers und benennen ihr neues Album  provokant mit dem Appell „White Men Are Black Men Too“. Erst wenige Monate nachdem die schottisch-liberianisch-nigerianische Alternative-Hip-Hop-Combo überraschend FKA Twigs, Damon Albarn und Jungle beim Mercury Prize mit ihrem Album „Dead“ ausstachen, erscheint bereits eine weitere Veröffentlichung. Der Kampf für Menschlichkeit und Reflexion über rassistische Stereotype jenseits des Kapitalismus geht weiter.“Wir sind einfach immer wieder überrascht, wenn uns Sender sagen, unsere Songs seien zu hart“ – „Unsere Songs gehören neben die von Taylor Swift!“. Jawohl, das finden wir auch!
GOOD-TO-KNOW: am 14.06. spielen Young Fathers live in der Volksbühne in Berlin!


DIE WILDE JAGD – Der Meister

Single: Der Meister (VÖ: 01.05.2015)

Die Wilde Jagd - Der MeisterEin Musiker und Produzent aus Düsseldorfer sowie ein Komponist für Theater- und Hörspiel-Musik und Teil des Berliner Electro-Wave-Duos Noblesse Oblige gehen auf die wilde Jagd. So streifen Ralf Beck und Selbastian Lee Philipp auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum „Die Wilde Jagd“ durchs Dickicht aus Neo-Krautrock, Electronica und Synthipop.  Die ‚Wilde Jagd‘, wie man sie in verschiedensten Volksmythen als Jagdgesellschaft übernatürlicher Wesen am Himmel zu sehen vermag, wird musikalisch uminterpretiert: repetitive Gitarrenloops, elektronische Percussion und Synthesizer, klare Strukturen und Beats über treibenden Bässen und rezitierenden Stimmen. Doch das mysthische Feeling bleibt und paart sich mit untergetauchten lokalen Düsseldorfer-Einflüssen von Kraftwerk über Neu! bis DAF.


SKIP&DIE – Cosmic Serpents

Album: Cosmic Serpents (VÖ: 27.03.2015)

Albumcover_SKIP&DIE_-_Cosmic_SerpentsCosmic Serpents. Klingt mysteriös, klingt weitläufig, klingt nicht wirklich greifbar. Und in der Tata haben Skip&Die auf ihrer neuen Platte die Weltmusik für sich neu definiert: ansteckende Beats, Akustikinstrumente und experimentelle Geräuschaufnahmen gepaart mit abgespaceten Synthesizerklängen. Und wie es sich für Weltmusik gehört, hat die Band -eigentlich wohnhaft in Amsterdam- auf dem ganzen Globus Songs aufgenommen, unter anderem in Brasilien, Ägypten, Kolumbien, Südafrika und Argentinien. Die Einflüsse lassen sich nicht leugnen.
Angelehnt ist der Name des Albums an das Buch “The Cosmic Serpents”, das in den 90er erschien und sich mit der menschlichen DNA, dem Ursprung allen Wissens beschäftigt. Dementsprechen behandeln Skip&Die Themen wie Transzendenz, den Tod, kollektive DNA, Entität und verpacken diese zugegeben sehr komplexen Themen in poetische Klangcollagen im Weltmusikmantel. Klingt verwirrend, klingt festgebissen, klingt unfassbar mitreißend.
GOOD-TO-KNOW: am besten den 17.04. im Terminkalender vormerken: Konzert im Privatclub


UNKNOWN MORTAL ORCHESTRA – Multi-Love

Album: Multi-Love (VÖ: 22.05.2015)

Unknown_Mortal_Orchestra_Multi-LoveBei Unknown Mortal Orchestra handelt es sich um ein Trio aus Neuseeland und den USA, das  sich der psychedelischen Musik verschrieben hat und mit „Multi-Love“ bereits ihr drittes Album veröffentlicht. Wo sich Frontmann und Multi-Instrumentalist Ruban Nielson beim letzten Album „II“ der Welt und dem Schmerz des Alleinseins gewidmet hat, thematisiert er bei „Multi-Love” die Komplikationen, die im menschlichen Miteinander entstehen. Ganz in diesem Sinn zeichnet beispielsweise die Single „Multi-Love“ die Geometrie der Sehnsucht, wenn drei Menschen miteinander eine Liebesbeziehung eingehen. Obwohl die Beschreibung nach einem anstrengenden Prozess klingt, geht es musikalisch bei der Single leicht und beschwinglich zu.
GOOD-TO-KNOW: Konzert am 26.05.2015 in der Berghain Kantine


WILL BUTLER – What I want

Album: Policy (VÖ: 20.03.2015)

Will Butler - What I wantGeboren in Kalifornien und aufgewachsen in Houston, Texas, ist William Pierce “Will” Butler seit über 10 Jahren Mitglied der Band Arcade Fire, die erst letztes Jahr mit ihrem Album “Reflektor” riesige Erfolge feiern konnte. Policy ist nun Will Butlers erste Veröffentlichung unter dem eigenen Namen. Und nicht nur den hat Butler bei gesteuert; als Multi-Instrumentalist übernahm er fast alle Instrumente selber, nur das Schlagzeug, die Backing Vocals, sowie die Holzblasinstrumente überließ er anderen Musikern. Herausgekommen sind Kompositionen des klassischen amerikanischen Singer-Songwriter-Pops, mal aufgeregt, mal voller Liebe, mal müde und entspannt, verpackt in traditionelle Songstruktur.
GOOD-TO-KNOW: am 16.04. live im frannz Club zu erleben


WHO MADE WHO – Ember

EP: Ember EP (VÖ: 15.05.2015)

WhoMadeWho - EmberWhoMadeWho veröffentlichen am 15. Mai 2015 die EP “Ember” auf Get Physical. Die sieben neuen Stücke folgen auf das 2014 veröffentlichte Album “Dreams”, welches noch sehr nach klassischen Pop-Maßstäben komponiert wurde. Mit ihrer neuen EP begeben sich die drei Jungs von WhoMadeWho auf eine Reise zurück zu ihren Wurzeln, zum spielerischen Umgang mit dem Instrument. Die sechs Stücke von “Ember” schneiden die volle Bandbreite der dänischen Band an. Von Pop über Surf-Rock bis hin zu Dance. Man darf gespannt sein!
GOOD-TO-KNOW: Die Release-Veranstaltung zum 300. Get Physical-Release findet am 18. April 2015 mit WhoMadeWho, M.A.N.D.Y. und “DJ T” im Stattbad, Berlin statt.


Das Magazin vom 03.04. mit Petra & Steve: