Neukölln

Neukölln
Lach- und Sachgeschichten in der U8 Richtung Hermannstraße. | Foto: Delilah Yasemin Werdermann

Schatz, dit is’ mein Bezirk

Berlin ist immer eine Reise wert, und wer kennt nicht die gute Berliner Luft? Seit einigen Jahren weht in Neukölln nämlich ein anderer Wind.

Jetzt anhören:

Mark Twain sagte einmal: “Für eine Anekdote braucht man drei Dinge: eine Pointe, einen Erzähler und Menschlichkeit.” Wenn ich mal direkt am U-Bahnhof Neukölln aussteige, ist mein ehemaliges Gymnasium nicht weit. Direkt gegenüber befindet sich immer noch Penny, wo wir uns als Schüler immer heimlich aus dem Gebäude in der Pause gestohlen haben, um in Windeseile Getränke, Chips und Kekse zu kaufen. Der leichte Hauch von Bier und anderen Flüssigkeiten ist immer noch geblieben. Ein paar Meter weiter, die Straße hinauf, sieht das Ganze schon anders aus: Läden, die handgemachte Sachen verkaufen, kleine Cafés, die zum Verweilen einladen. Ja, Neukölln ist hip, Neukölln ist cool. Und nicht zu vergessen, ist auch hier das Auslaufmodell Hipster mittlerweile ansässig. Doch kennt hier auch jemand die andere Seite, als Neukölln eher der Problembezirk der Hauptstadt war? In meiner Kolumne nehme ich euch mit in eine kleine Zeitreise!

Übrigens: Neukölln war bis zum Jahre 1920 sogar eine eigenständige Stadt und trug bis 1912 noch den Namen Rixdorf. Erst unter Kaiser Wilhelm II. fand die Namensänderung statt, um dem doch verrufenen, fast frivolen Image von Rixdorf einen anderen Charakter zu geben. Abgeleitet wurde der Name von den damaligen Siedlungen des alten Berlin-Cölln.

Vielleicht haben sich ja die Regisseure der Dramaserie 4 Blocks von dieser frivolen Attitüde ein wenig inspirieren lassen. Die Serie zeigt das Leben und die kriminellen Machenschaften des libanesischen Clans Hamady, der – na, wohl wo? – in Neukölln ansässig ist. Im FAZ-Artikel “Tony wohnt jetzt in Neukölln” von Harald Staun heißt es: “[…] eine sechsteilige Serie über einen libanesischen Clan, über eine jener Banden des organisierten Verbrechens, die glauben, dass das Viertel ihnen gehört und nicht den Biodeutschen oder der Internationale der Hipster, die die Probleme dieses Kiezes eher für Folklore halten.” Gedreht wurde unter anderem am Kottbusser Tor, im Görlitzer Park oder in der Sonnenallee.

“Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend// Meine Straße, mein Zuhause, mein Block”. Vielleicht singe ich das ja auch noch in 10 Jahren, wie Sido?!

Weiterführende Links

11 Orte, die man in Neukölln kennen und besuchen sollte

4 Blocks-Trailer

FAZ-Artikel “Tony wohnt jetzt in Neukölln”


Delilah

Autorin:
Delilah