Morr Music

Auf diesen Platten gibt’s was für die Ohren und(!) die Augen: Musik und Kunst gehen bei Morr Music Hand in Hand. | Quelle: http://press.morrmusic.com/artist
Auf diesen Platten gibt’s was für die Ohren und(!) die Augen: Musik und Kunst gehen bei Morr Music Hand in Hand. | Quelle: http://press.morrmusic.com/artist

Aus der Reihe: Indie-Labels in Berlin – Episode I

In Berlin tummeln sich jede Menge kleiner, aber feiner Independent-Labels, über die kaum jemand etwas weiß – höchste Zeit, das zu ändern! In einer neuen Beitragsreihe stellen wir eine Auswahl der interessantesten Indie-Labels der Hauptstadt vor. Wir starten mit einem erfolgreichen Nischen-Label aus dem Prenzlberg: Morr Music.

[white_box] [four_columns_one] icon_BIG_Musiknerds


MUSIKNERDS
[/four_columns_one] [two_columns_one]

Jetzt anhören:

[/two_columns_one] [four_columns_one_last]


VON Hannah M.
[/four_columns_one_last] [divider] [/white_box]

Seien wir mal ehrlich: Wem fallen denn schon mehr Plattenfirmen in Berlin ein, außer vielleicht das aus der Klatschpresse bekannte Aggroberlin oder das Major-Label Universal mit seinem enormen Klotzbau an der Oberbaumbrücke?! – Dabei gibt es über 80 Labels mit Sitz in der Hauptstadt. Und es lohnt sich, das eine oder andere einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir finden, dazu zählt auf jeden Fall auch das Indie-Label Morr Music!

Das achtköpfige Label wurde 1999 von dem gebürtigen Hamelner Thomas Morr in einer Seitenstraße der Pappelallee gegründet. Inzwischen gehören auch zwei Sublabels zu Morr Music:  Zum einen A Number of Small Things für Singles und EPs, zum anderen das kleine Projekt Sound of a Handshake für musikalische Kollaborationen und experimentelle Einzelwerke.

Seit der Gründung vor 17 Jahren sind insgesamt über 200 Platten von 81 Künstlern unter Morr Music und den zwei Sublabels erschienen. Abgesehen von Iggy Pop und vielleicht noch FM Belfast lassen sich allerdings kaum große Namen im Repertoire des Labels finden. Die größte öffentliche Bekanntheit erreichte wohl der Hit „Welcome Home“ von Radical Face, den man aus der Nikon-Werbung kennt. Statt auf mögliche kommerzielle Hits fokussiert sich Morr Music eher auf ausgewählte Independent-Bands und Nischen-Künstler, die meistens unter dem Radar der Popwelt bleiben. In der Indie-Szene und unter Kritikern haben sich sowohl das Label, als auch einige seiner Künstler dagegen durchaus einen Namen gemacht. So konnte sich Morr Music in der bekanntlich schwierigen Musikindustrie erfolgreich über Wasser halten.



Wie die meisten Indie-Labels, zeichnet sich auch Morr Music durch seinen eigenen Sound aus. Dieser liegt auf einer harmonischen Mischung zwischen IDM (Intelligent Dance Music) bzw. Electronica, Indie-Folk und DreamPop. Die Schwerpunkte sind je nach Band unterschiedlich gesetzt. Irgendwo zwischen Melancholie und Euphorie, zwischen beklommener Stille und rauschendem Tanz, bewegen sich die Künstler, die das Label unter seine Fittiche genommen hat. Diese Verflechtung der scheinbar widersprüchlichen Musikstile ist charakteristisch für den Sound des Labels. An mancher Stelle heißt es sogar, Morr Music habe damit ein eigenes Genre ins Leben gerufen.

Dieses Klangkonzept scheint besonders gut zu Island zu passen. Fast alles, was in der Indie-Szene der nordischen Insel Rang und Namen hat, ist auf Morr Music vertreten. Neben den bereits erwähnten FM Belfast gehören zum Beispiel Sin Fang, Sóley, múm, Seabear und Borko zu den Auserwählten. Natürlich vertritt das Label nicht nur internationale, sondern auch deutsche und besonders auch Berliner Künstler wie Fenster, Aloa Input und Lali Puna.



Es lohnt sich übrigens auch, einen genaueren Blick auf die Plattencover der Releases zu werfen (siehe oben!). Besonders viele niedliche, kindliche Malereien auf naturfarbenen Grund sind zu sehen, ebenso wie verschnörkelte Fotokunst, die aus Traumsequenzen entsprungen sein könnte. Größtenteils sind diese Artworks vom Label selbst entworfen. Und genau wie bei der sorgfältigen Auswahl der musikalischen Indie-Perlen, erschafft auch hier Morr Music sein eigenes künstlerisches Konzept. Dieses audiovisuelle Gesamtkunstwerk ist das Ergebnis, wenn ein Label nicht nur auf kommerziellen Erfolg aus ist, sondern aus Liebe zur Kunst arbeitet.


Weiterführende Links

Label

Reinhören

Shop


[two_columns_one] [white_box]


Autor:
Hannah M.

[/white_box] [/two_columns_one] [two_columns_one_last] Mehr von:
[button link=“http://www.couchfm.de/radiomacher/steckbriefe/hannah-muckelbauer/“ color=“black“ size=“xlarge“]> Hannah M.[/button] [button link=“http://www.couchfm.de/radiomacher/archiv/musiknerds/“ color=“black“ size=“xlarge“]> Musiknerds[/button] [/two_columns_one_last] [divider]