Mein Grundeinkommen

Michael Bohmeyer im Büro des Vereins Mein Grundeinkommen e.V. (Foto: Violetta Kuhn, dpa)

Ein Umdenken auf dem gesellschaftlichen Weg klären

Was würdest du tun, wenn du monatlich 1000€ zugesichert bekämst? Und das bedingungslos? Was in der politischen Diskussion noch nicht ernsthaft diskutiert wird, ist in Berlin für einige Menschen bereits Realität. Der in Kreuzberg ansässige Verein Mein Grundeinkommen e.V. hat bereits 25 solcher bedingungslosen Grundeinkommen an Berliner und Berlinerinnen verlost. couchFM Reporterin Lea hat einen der Gewinner getroffen und mit ihm über seine Erlebnisse mit dem Grundeinkommen gesprochen.

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Gesprächsstoff
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VON Lea
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Bastian, der eigentlich anders heißt, steckte in einer schwierigen Phase seines Lebens, als eine E-Mail in seinem Postfach landete, die seine Situation von einem Tag auf den anderen etwas einfacher machte. Er hatte an der Verlosung eines Grundeinkommens teilgenommen und erfuhr im Februar 2015 von seinem Gewinn. Erst konnte er es nicht glauben, hielt die Nachricht für Spam. Ein Anruf von Michael Bohmeyer, dem Gründer von Mein Grundeinkommen e.V. räumte seine Zweifel aus.
Seit dem bekommt Bastian 1000€ monatlich, ohne dass er dafür Bedingungen erfüllen müsste. Das Geld stammt aus einer Crowdfunding Kampagne des Vereins. Wer möchte, kann einen beliebigen Betrag spenden und trägt somit zum Zustandekommen eines neuen Grundeinkommens bei. Immer wenn 12000€ zusammengekommen sind, verlost Bohmeyer ein weiteres Einkommen.
Die sogenannten Crowdhörnchen spenden monatlich insgesamt 35000€, inzwischen hat Mein Grundeinkommen e.V. bereits 9.500 solcher Unterstützer.

Kreatives Arbeiten ermöglichen, auch außerhalb der traditionellen 9 to 5 Beschäftigungen – das möchte der Verein Mein Grundeinkommen.

Bohmeyer möchte mit seinem Projekt unsere traditionellen Begriffe von Arbeit und Entlohnung und deren Kopplung in Frage stellen. Er wählte bewusst nicht den Weg in die Politik, sondern glaubt, dass diese Diskussion auf gesellschaftlicher Ebene geführt werden muss. Bisher gelingt ihm das mit steigender medialer Aufmerksamkeit.
Bastian verschaffte sein Grundeinkommen genügend Luft, um in Ruhe nach einem für ihn passenden Job zu suchen. Er arbeitet jetzt in einem Kreuzberger Unternehmen als Web Admin. Seine Arbeitszeit kann er dort recht frei einteilen. Würde er mit einem unbefristeten Grundeinkommen aufhören zu arbeiten? Er glaubt nein, schließlich habe er noch „andere Wünsche als nur ein Dach über dem Kopf und was zu essen“. Die neugewonnene Freiheit half ihm, seine Produktivität zu steigern. Seit er sich über existenziell wichtige Finanzen keine Sorgen mehr machen muss, ist er viel motivierter seine Arbeit auch über das notwendige hinaus zu erledigen.
Bohmeyer und den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Projekts ist bewusst, dass sie Teil eines Experiments sind. Es kann keine Aussagen darüber treffen, welche Auswirkungen ein bedingungsloses Grundeinkommen für Gesamtdeutschland hätte. Aber das ist auch gar nicht Bohmeyers Anspruch. Er möchte „Fragen stellen, eine gesellschaftliche Diskussion anstoßen“. Angesichts der wachsenden Zahl an Bewerberinnen und Bewerbern und der steigenden Spendenbereitschaft scheint ihm das recht gut zu gelingen.


Weiterführende Links:

Der Verein Mein Grundeinkommen e.V.
Weiterführende Informationen zum Grundeinkommen


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Autorin:
Lea

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