Lernen im Grimmzentrum

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Außenansicht des Gebäudes aus Richtung der Geschwister-Scholl-Strasse | © Fotograf Stefan Müller

„Die Grimm“ zur Prüfungsphase – Lernoase oder der Wahnsinn? Ein Stimmungsbild

Während der Prüfungsphase pilgern noch mehr Studierende ins Jacob-und-Wilhelm-Grimmzentrum als sonst.
Mit ihren 6,5 Millionen Bänden bietet die Universitätsbibliothek der HU Berlin nicht nur einen der größten Bibliotheksbestände im deutschsprachigen Raum, sie überzeugt auch mit ihrer preisgekrönten Architektur. couchFM-Redakteurin Lenka ließ die Atmosphäre während der Prüfungsphase auf sich wirken und hat mit Studierenden vor Ort gesprochen.

Die Prüfungsphase ist voll im Gange, sogar an einem Sonntag um halb fünf ist das Grimmzentrum gut gefüllt. Studierende lernen und lesen in allen Etagen und Ecken, auf den Fluren ist mehr los als sonst. Auf den Lernterrassen sind nahezu alle Plätze besetzt. Man hat das beklemmende Gefühl sich in einer Lernfabrik zu befinden.

Das Grimmzentrum ist eine helle Bibliothek, die das Tageslicht optimal nutzt durch ein Glasdach der Leseterrassen. Diese bilden das Herzstück des Gebäudes ̶ eine moderne Interpretation des klassischen Lesesaals. Hier entsteht eine besonders konzentrierte Lernatmosphäre.

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Leseterassen | © Fotograf Stefan Müller

Eine Jura-Studentin der HU meint: „Also ich find die Atmosphäre sehr angenehm, das ist viel besser als zu Hause. Zu Hause lenkt einen ja doch immer was ab und dann fallen einem immer die verrücktesten Sachen ein, die man zu Hause erledigen muss. Und in der Grimm-Bibliothek ist einfach diese konzentrierte Lernatmosphäre da. Das schätze ich sehr, wenn man im Team zwar mit Unbekannten zusammen lernt, aber es motiviert einen dann doch, wenn man in die Runde schaut und alle lernen: Okay, ich lerne auch!“

Lernen im Team – mit Unbekannten – oder Lernen im Panopticon? Anschließend an den Sozialphilosophen Jeremy Bentham, auf den die Idee des Panopticons zurückgeht, lässt sich sagen, dass es in der Sichtbarkeit Anderer besonders gut lernt. Mit Michel Foucault wiederum lässt sich kritisch fragen: Inwiefern ist eine Bibliothek eine Disziplinaranstalt, ein Ort der Unterwerfung und Selbstdisziplinierung?

„Also ich muss mich vorbereiten für die Klausuren und jetzt haben wir schon Klausurphase“, so ein weiterer Studierender. Als Architekturstudent der Beuth-Hochschule gefällt ihm die Architektur des Bibliotheksgebäudes besonders gut – sein Favorit in Berlin. Das größte Problem: Sie sei sehr beliebt – nicht nur bei HU-Studierenden – und deshalb immer voll.

Weitere Stimmen und Einschätzungen hört ihr hier im Radiobeitrag:

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Neben dem zu ergatternden Platz, sind die Schließfächer wichtig, um taschenlos an den Kontrolleur*innen vorbeizukommen. Um die Schließfächer nutzen zu können, braucht man eine Mensa Card oder man bringt sein eigenes Vorhängeschloss mit. Die Unibibliothek empfiehlt einen Bügel mit fünf bis sechs Millimetern Durchmesser. Der Besuch in der Grimm-Bibliothek mag also gut geplant sein.

Weiterführende Links

Offizielle Website der Universitätsbibliothek

Weitere Informationen zur Architektur der Bibliothek


Lena G

Autorin:
Lena H.