Katzencafé

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Mit Vierbeinern zu Tisch

Christine ist extra aus Petershagen, in der Nähe von Frankfurt Oder, zusammen mit ihren beiden Freundinnen Heidi und Viola nach Neukölln in Berlins einziges Katzen-Café gekommen. Die 65-jährige Seniorin ist bereits das zweite Mal dort und genießt ein verspätetes Frühstück mit anschließender Torte und Kaffee. „Wir mögen die Atmosphäre hier sehr“, erklärt die 72-jährige Heidi den erneuten Besuch. Die drei Frauen sitzen an einem kleinen Holztisch. Neben ihnen eine Familie mit Kind und auf einer weißen Bank neben der Eingangstür haben es sich vier Amerikaner gemütlich gemacht, die ununterbrochen Fotos schießen.

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VON Steffi
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Am liebsten würde die Familie mit Kind die zwei Kater Pelle und Caruso vor die Linse bekommen. Die liegen allerdings in ihren Körbchen schlummern vor sich hin und interessieren nicht für die Gäste und deren Plaudereien. Dabei sind die zwei Haustiger die Hauptfiguren von „Pee Pee’s Katzen-Café“. Ihre Besitzern ist Andrea Kollmorgen, die im August 2013 das Etablissements in der Thomasstraße 53 eröffnet hat.

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Über ein Katzenfachmagazin ist Gast Christine auf das Katzen-Café aufmerksam geworden. Denn in Wien gibt es bereits eines, sowie in Köln und in München. „Und übers Internet habe ich dann das hier in Neukölln gefunden“, sagt sie und nimmt einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse.

Das Café sei aus einer Spinnerei mit Freunden entstanden, sagt Inhaberin Andrea Kollmorgen. Die 49-jährige kommt gebürtig aus Rostock und wohnt seit zehn Jahren in Berlin. Leider wurde sie von heute auf morgen arbeitslos und wollte die kostbare Zeit nicht mit Rumsitzen vertrödeln. Und selbstständig wollte sie sich seit längerem machen – und das mit einem Café. Aber es sollte nicht irgendeines sein, so wie es sie zur Genüge in dieser Stadt gibt.

Nachdem Andrea Kollmorgen zig Hürden bei Ämtern genommen und alle möglichen Formulare beantragt hatte, hatte sie nach sechs Monaten die Genehmigung in der Tasche, um das Café zu eröffnen. „Einfach war es gewiss nicht und ich habe die Erlaubnis auch nur bekommen, weil ich sehr viele Auflagen erfüllen muss. Denn in der Regel dürfen Tiere nicht in der Gastronomie gehalten werden“, erklärt sie mit einem leicht nordischen Akzent. Da Ämter und auch der Amtstierarzt keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Cafés oder Restaurant hatten, die Tiere beherbergen, war die Anzahl der Tiere in dem Café zunächst nicht sicher, bis der Tierarzt zwei Katzen für die optimale Zahl hielt. „Ich konnte mir auch nicht irgendwelche Katzen ins Café setzen,“ sagt Andrea Kollmorgen. Der Grund: die Vierbeiner mussten einem Wesenstest unterzogen werden. Der Arzt wollte genau wissen, wie die Stubentiger auf Knuffe, Ziepen und Zerren reagieren. Ob sie sofort mit der Pfote schlagen, fauchen, weglaufen oder aggressiv werden. „Aber zum Glück haben sie cool und gelassen reagiert“, erinnert sich Andrea Kollmorgen und lacht.

Seitdem das kleine gemütliche Café existiert, hat der Medienhype nicht abgenommen. Sogar der RBB war schon zweimal bei der 49-Jährigen zu Gast.

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Die erste Meldung lieferte damals die DPA (Deutsche Presse Agentur) – und das sogar mit einer falschen Information. In der Meldung stand, dass es erlaubt ist, seine eigenen Katzen mitzubringen. „Auf gar keinen Fall“, betont Andrea Kollmorgen. „Wer selber Katzenbesitzer ist, weiß, dass man andere Katzen niemals in das Revier einer fremden Katze bringt. Leider ist das nicht jedem Halter bewusst und ich hatte tatsächlich schon Leute vor der Tür stehen, die ihre eigene Katze mit ins Café nehmen wollten – oder sogar ihren Hund!“ Über dieses verantwortungsloses Verhalten kann die Inhabern noch immer mit dem Kopf schütteln. Ansonsten gibt es keine Verbote für die Gäste. Pelle und Caruso dürfen gestreichelt werden und wenn sie in Stimmung sind darf man auch mit ihnen spielen.

Der Grund für den eigenwilligen Name des Cafés ist Andrea Kollmorgens tauber Kater Paule. Der turne eines nachts auf den Musikinstrumenten ihres Mannes herum und hatte seitdem den Spitznamen „Pauken Paule“. Und von da an wurde Andrea Kollmorgen in ihrem Freundeskreis nur noch PP genannt und aus PP wurde dann schließlich Pee Pee’s Katzen-Café.

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Weiterführende Links:

Pee Pee’s Katzen-Café auf Facebook


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Autorin: Steffi

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