Ilajnafsy

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Quelle: http://ilajnafsy.bzfo.de/portal/de/

Web-basierte Online-Therapie auf Arabisch

Viele Menschen in der arabischsprachigen Region bräuchten aufgrund traumatischer Erlebnisse eine Psychotherapie. Das Projekt “Ilajnafsy” bietet seit 8 Jahren eine web-basierte Online-Therapie an.

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VON Anne-Sophie
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Ilajnafsy bedeutet „Psychotherapie“ auf Arabisch. Es ist aber auch der Name eines Projekts, das Menschen in arabischsprachigen Ländern eine web-basierte Therapie auf Arabisch anbietet. Die Therapie richtet sich an Menschen, die an Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen leiden und erfolgt ausschließlich über das Internet.

Das Therapieverfahren ist einfach: die Betroffenen melden sich über ein Webportal an. Für Notfälle geben sie Kontaktdaten an, der weitere Therapieablauf erfolgt aber anonym. Nach einem ersten Telefongespräch über Skype wird entschieden, ob eine Onlinetherapie in Frage kommt. Die Onlinetherapie verfolgt dann einen verhaltenstherapeutischen Ansatz in Form von Schreibaufgaben. In sechs bis zehn Briefen sollen die Patienten beispielsweise ihr schrecklichstes Erlebnis so genau wie möglich beschreiben.

Die Betroffenen schreiben zu einer fest gelegten Uhrzeit und müssen angeben, was sie danach tun. Das soll der Therapie einen festen Rahmen geben und möglichen Zusammenbrüchen entgegenwirken, die durch die Aufarbeitung des Traumas auftreten können. Innerhalb von 48 Stunden bekommen sie dann eine Rückmeldung von ihrer Therapeutin oder ihrem Therapeuten.

Wenn Kriege, Bombenanschläge und Vergewaltigungen zur Tagesordnung gehören, ist der Bedarf für eine psychotherapeutische Behandlung groß. Ein Problem dabei ist aber auch, dass Psychotherapie in der arabischsprachigen Region immer noch stark stigmatisiert ist. Pirko Selmo zufolge, der als Therapeut bei Ilajnafsy arbeitet, seien viele Verbrechen wie Missbrauch oder Vergewaltigung ein Tabu, über die mit niemandem gesprochen werden dürfe. Dem versucht Ilajnafsy entgegenzuwirken, indem die Patienten in betreuter Form zumindest niederschreiben können, was sie erlebt haben.

Das Projekt besteht seit acht Jahren, seitdem wurden über 600 Patientinnen und Patienten behandelt. Mit großem Erfolg: bei über 80 % der Patienten wurde ein klinisch signifikanter Rückgang des Krankheitsbildes gemessen.

Finanziert wird das Projekt durch den gemeinnützigen Verein Misereor und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bisher ist die Online-Therapie in erster Linie für Menschen ausgerichtet, die in Kriegsgebieten leben und nicht für Geflüchtete in Deutschland. Vielleicht schlägt es aber dank seines Erfolgs Wellen und wird auch bald für Menschen hier in Deutschland angeboten.


Weiterführende Links

Homepage von Ilajnafsy


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Autorin:
Anne-Sophie

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