Ich schenk’ dir mein Herz!

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Das couchFM-Q&A zum Organspendeausweis

Der eigene Tod kann Leben retten. Organspende macht’s möglich. Etwa 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, beispielsweise ein neues Herz oder eine neue Lunge. Doch etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten, die auf der Warteliste stehen, warten vergebens und versterben. Und das, obwohl nach aktuellen Studien zwischen 50 und 70 Prozent der Deutschen bereit sind, nach dem Tod Organe zu spenden. Am 06.06. findet der jährliche Tag der Organspende statt. Hier beantworten wir euch die wichtigsten Fragen zum Thema.

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VON MARKUS
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Warum gibt es zu wenig Spenderorgane?

Einerseits kommt nicht jeder Verstorbene in Frage für eine Organspende. Die ist nämlich nur möglich, wenn der Hirntod vor dem Kreislaufstillstand eingetreten ist, also das Gehirn seine Funktion eingestellt hat, der Kreislauf aber noch künstlich erhalten werden kann. Denn Organe, die transplantiert werden sollen, müssen bis zur Entnahme durchblutet werden. Der Hirntod tritt aber nur bei einem Prozent der Verstorbenen vor dem Kreislaufstillstand ein.

Andererseits – und das ist das eigentliche Problem – sprechen nur wenige Menschen mit ihren Angehörigen über die Frage einer Organspende im Falle des eigenen Todes. Und nur etwa jeder Dritte hat seine Entscheidung zum Thema Organspende in einem Organspendeausweis festgehalten.

Wer entscheidet, ob einem möglichen Spender Organe entnommen werden?

Im Idealfall hat der Verstorbene seine Entscheidung selbst zu Lebzeiten getroffen und in einem Organspendeausweis festgehalten.
Kommt ein Verstorbener als Organspender infrage, ohne dass ein Organspendeausweis aufgefunden wird, werden die Hinterbliebenen gefragt, ob Organe entnommen werden dürfen. Das passiert quasi unmittelbar, nachdem sie über den Tod ihres Angehörigen informiert wurden. Denn Organspende ist immer auch ein Wettlauf gegen die Zeit.

Mit einem Organspendeausweis kann ich meine Lieben also im Falle des Falles vor einer schwierigen und belastenden Frage bewahren?

Ganz genau. Und das ist auch der wichtigste Grund, einen Organspendeausweis zu haben und ihn immer bei sich zu tragen – am besten im Portemonnaie beim Personalausweis.

Werde ich automatisch Organspender, wenn ich einen Ausweis habe?

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Auf keinen Fall! Deine Entscheidung, ob du Organe spenden willst, kannst du auf dem Organspendeausweis sehr differenziert festhalten:

  • JA, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden.
  • JA, ich gestatte dies, mit Ausnahme folgender Organe/Gewebe: …
  • JA, ich gestatte dies, jedoch nur für folgende Organe/Gewebe: …
  • NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben.
  • Über JA oder NEIN soll dann folgende Person entscheiden: …

Viel wichtiger als „JA‟ anzukreuzen ist es, überhaupt etwas anzukreuzen.

Und was passiert, falls ich mich irgendwann umentscheiden sollte?

Ganz einfach: Dann vernichtest du deinen alten Organspendeausweis und füllst einen neuen aus. Deine Entscheidung für oder gegen eine Organspende wird nämlich nirgends registriert.

Coole Sache! Wo bekomm ich einen Organspendeausweis her?

Organspendeausweise gibt’s in vielen Arzt-Praxen, in Apotheken und auch ganz leicht über’s Internet, zum Beispiel hier: www.organspende-info.de/organspendeausweis/bestellen.

Wo kann ich mich noch weiter über das Thema Organspende informieren?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt das sehr umfangreiche Informationsportal www.organspende-info.de. Hier findest du Infos zu den allermeisten Fragen rund ums Thema.


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Autoren:
Markus

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