Gästezimmer mit Stephan Günzel


Themenwoche Medienutopie

Prof. Dr. Stephan Günzel ist Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin und Professor für Medientheorie an der University of Applied Science Europe.
Mit couchFM Moderatorin Anso hat er über die bisherige und zukünftige Entwicklung der Medienlandschaft gesprochen. Im folgenden Text gibt es einen kurzen Einblick in die medienwissenschaftlichen Einschätzungen.

Bisheriger Werdegang der Medien

Die Mediengeschichte ist im Prinzip so alt wie die Menschheit selbst. Am Bedeutendsten ist wahrscheinlich die Erfindung des Buchdrucks in der Kulturepoche der Renaissance im 15. Jahrhundert. Das sich darauf aufbauende Pressewesen im 17. und 18. Jahrhundert ist bis heute vorhanden. Allerdings sind diese “alten” Medien, wie Zeitschriften noch stark dadurch geprägt, dass sie eine räumliche und zeitliche Distanz überwinden müssen.
Bei dem aktuellen Stand der Medienlandschaft lässt sich sagen, dass die Zeitungen von einer Krise sprechen, bei der Verlagshäuser zusammengelegt werden. Dabei fusionieren sie inhaltlich, verlieren dabei einen großen Teil an Meinungsvielfalt und an einer lokalen Abbildung. Das Medium Radio gibt es nun seit circa 100 Jahren und es wurde damals als Das neue Medium betitelt. Unter anderem konnte man sich Musik oder Theaterstücke im Radio anhören. Vor allem anders als Zeitungen war bei dem Radio das Besondere, dass man hierbei das Gefühl hatte, gleichzeitig Zeugen einer Übertragung zu sein und dass Medien Raum und Zeit überwinden können. Es lässt sich sagen, dass das Radio auf gewisse Weise das Fernsehen und das Internet vorgeprägt hat, besonders in dem Aspekt des gleichzeitig überall Zugreifens.


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Entwicklung von Computerspielen

Computerspiele sind viel älter als wir denken. Die erste Vorform gab es bereits in den 1950er Jahren, danach die ersten Automaten in den 70ern und die Home-Computer in den 80ern. Durch Computerspiele wurde uns das Medium Computer näher gebracht. Außerdem haben sie einen sozialen Charakter, da man durch das Netz sozial verbunden ist und miteinander spielen kann. Wie bei allen Medien besteht auch hier die Gefahr eines zu großen Konsums. Aktuell verbringen fast alle Generationen den Hauptteil ihrer Zeit online. Die Verantwortung liegt beim Menschen sich seines Konsums bewusst zu sein und sich auch Freiräume zu schaffen in denen man bewusst keine digitalen Medien benutzt.


Die zukünftige Medienlandschaft
Die Voraussetzung für die zukünftige Weiterentwicklung der Medienlandschaft ist eine bessere Anbindung der Menschen an das Internet. Hierbei gelten sowohl Schwierigkeiten im ländlichen als auch im städtischen Bereich. Die Infrastruktur sollte sich verbessern, da immer stärker Technologien das Leben bestimmen. Darunter fallen Mixed Reality und Virtual Reality. Zukünftig wird unser tägliches Leben durch Augmented Reality (Erweiterte Realität) geprägt sein, sowohl auf utopische als auch auf dystopische Weise.


Weiterführender Link:
MIZ-Babelsberg



Autorin:

AnSoAnSo