Filmtipp: B-Movie

Mark Reeder vor dem Risiko,1985

Lust und Sound in Westberlin (1979 – 1989)

Dieser Film gibt allen, die nicht “dabei” gewesen sind, die Möglichkeit, sich in die wilde Berliner Party- und Punkmusikszene der 80er Jahre zu stürzen. An bekannten Schauplätzen wie den Yorckbrücken und dem Winterfeldtplatz nimmt uns Protagonist Mark Reeder mit in besetzte Häuser und szenige Bars. Das Besondere: der Film zeigt ausschließlich originales Videomaterial aus der Zeit. couchFM Reporterin Lea hat die Zeitreise angetreten.

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KULTUR-
KOMPASS
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Jetzt anhören:
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VON Lea
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Im Berlin von Damals

Reeder ist in der Musikszene Manchesters zu Hause, fühlt sich aber von der „kompromisslosen“ Musikszene Berlins magisch angezogen. Er ist Künstler, Produzent und Militärfetischist in einem. Seine Vorliebe für Uniformen verschafft ihm außerdem Auftritte in einigen Filmproduktionen. Reeder trifft Nick Cave, der in seinem Zimmer deutsche Gothik sammelt, Blixa Bargeld, der in der Szenekneipe „Risiko“ Alkohol ausschenkt und er lernt die Einstürzenden Neubauten kennen, die in verlassenen Tunnelanlagen proben.

Er zieht sein Publikum tief in die familiär wirkende Szene hinein. Die Mauer schafft in dieser Stadt einen einzigartigen Freiraum, in dem sich Kulturschaffende aus aller Welt ausprobieren, und unverwechselbare Kunst schaffen. Anders als heute ist die Geschichte der Stadt noch überall sichtbar. Graue Häuserfronten, Überreste der Trümmer, die Mauer.

Reeder: „Berlin war noch abgefuckter als Manchester“.

Photo_Premiere, Hoppe, reeder, Maeck
Hoppe, Reeder und Maek (Foto: Premierenfeier)

Im Café Einstein unterhält sich die britische Journalistin Muriel Gray mit dem jungen Farin Urlaub. Dieser hat Zweifel, inwiefern deutsche Bands mit deutschen Texten international bekannt werden können:

Farin Urlaub jung
Farin Urlaub in den 80ern

„I think its hard for a german band to become famous in England or throughout the world cause if you are honest you have to do german words, german texts, and nobody understands them”

Doch die Sprachbarriere ist in den 80ern kein Problem, jeder Kulturschaffende, der etwas auf sich hält, folgt dem Ruf der deutschen Inselstadt. Die Regisseure Klaus Maeck, Jörg Hoppe und Heiko Lange arbeiteten eng mit dem Szeneinsider Mark Reeder zusammen. Sie  trugen umfassendes Bild- und Tonmaterial zusammen, das wie eine dokumentarische Liebeserklärung an die Zeit und das eigene Dasein wirkt.

Der Film spannt den Bogen von den Anfängen der Punkmusik in der Stadt, bis hin zu ihrem Bröckeln nach dem Fall der Mauer. Die Protagonisten der Szene zerstreuen sich und die familiäre Atmosphäre verschwindet schleichend. Doch das Ende des Punk macht Platz für eine neue aufregende Bewegung. Reeder sieht die aufsteigende Technoszene als „Fortsetzung des Punk mit elektronischen Mitteln“.

Diese authentische Zeitreise in ein weit entfernt scheinendes Berlin sollten sich Urberliner und Zugezogene nicht entgehen lassen. Für „Dabeigewesene“ bietet Lust and Sound in Westberlin ein Schwelgen in alten Zeiten und Nostalgie.

Zu sehen gibt es den Film zur Zeit in Berlins kleineren Szenekinos und am 27.7. open air im Friedrichshain.


Weiterführende Links:

Interzone Pictures

B-Movie – der Film


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Autorin:
Lea

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