Filmrezension Ewige Jugend

Filmrezension Ewige Jugend

Der italienische Regisseur Paolo Sorrentino hat einen neuen Film gedreht. Ewige Jugend, so der deutsche Titel von Youth, ist Sorrentinos zweiter englischsprachiger Film. Sein letztes Werk „La Grande Belezza – Die große Schönheit“, wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert und erhielt 2014 den Oscar für den besten englischsprachigen Film. Spätestens seit diesem Erfolg gehört Sorrentino zu den internationalen Autorenfilmern der obersten Liga, was sich auch in der hochkarätigen Besetzung widerspiegelt, mit der Ewige Jugend aufwartet. Große amerikanische Schauspielstars wie Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano und Jane Fonda wirken dieses Mal mit und verleihen selbst den kleineren Rollen eine berührende Tiefe.

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KULTUR-
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VON Anne-Sophie
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Die Handlung spielt in idyllischer Atmosphäre in einem Luxushotel am Fuße der Alpen. Fred, dargestellt von Michael Caine, ist ein vormals gefeierter Komponist im Ruhestand und erholt sich in dem Wellness-Tempel in den Bergen. Genauso sein alter Freund Mick, gespielt von Harvey Keitel, ein erfolgreicher Filmregisseur, der seinen letzten Film drehen will und damit sein emotionales, intellektuelles und moralisches Testament liefern will. Neben diesen beiden trifft man auf weitere, junge wie alte, teils bizarre Gestalten, die alle eine Auszeit von der Welt suchen. Während die einen das Leben noch vor sich haben und über die Zukunft nachdenken, haben die anderen den größten Teil ihres Lebens bereits hinter sich und denken über die Vergangenheit nach. Da ist zum Beispiel der pummelige Diego Maradona, Bahnen ziehend im Schwimmbad und Tennisball kickend. Oder das alte Paar, das stets stumm zusammen zu Abend isst. Ein junger Schauspieler, dessen erfolgreichste Rolle eine war, bei der er als Roboter verkleidet nicht zu erkennen war. Und schließlich Miss Universum, deren Schönheit nicht von dieser Welt zu sein scheint. Alle sinnieren sie auf sympathisch-melancholische Art und Weise über das Leben nach. Vor dieser friedlichen, aber auch weltabgewandten und surrealen Kulisse, die schon Thomas Mann als Inspiration für seinen Zauberberg diente, entstehen geradezu philosophische Dialoge.


Sorrentino denkt in seinem neuen Film über den Lauf der Zeit nach: wie viel Zeit ist vergangen, wie viel Zeit bleibt noch? In geschliffenen, klugen Dialogen werden die großen Fragen des Lebens berührt. Aber auch non-verbal balanciert der Film damit, in wunderschönen Kameraeinstellungen, die die Ästhetik zelebrieren, und mit Musikstücken, die von klassisch bis hin zu poppig, von neomelodisch bis elektronisch reichen. Die Musik spiegelt das Innenleben der Figuren, lässt ihre Gefühle und Sehnsüchte erahnen, und während die Bilder für den visuellen Genuss sorgen, liefert die Musik die akustische Schönheit. Schließlich ist dann auch die Botschaft des Films: dem Alter, dem Tod, der Vergänglichkeit ist einzig die Schönheit der Welt und des Lebens entgegenzusetzen. Im Kleinen kann man diese Schönheit in Sorrentinos Film Ewige Jugend bewundern.

Wann: Ewige Jugend läuft in vielen Berliner Kinos.
Preis: ca. 5-10 €


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Autorin:

Anne-Sophie

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