Die schwarzen Jahre

Otto Dix (1891–1969): Flandern, 1934–1936. Öl und Tempera auf Leinwand, 200 x 250 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders. © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Ausstellung im Hamburger Bahnhof:
„Die schwarzen Jahre.
Geschichten einer Sammlung. 1933-1945“

Kunst während des Nationalsozialismus. Die Ausstellung in der Neuen Galerie im Hamburger Bahnhof zeigt exemplarisch am Beispiel der Sammlung der Nationalgalerie, wie es der Kunst in den Jahren 1933 bis 1945 erging. Gezeigt werden Künstler, die von den Nazis verfolgt und deren Werke als „entartet“ gebrandmarkt wurden, aber auch solche, die sich für Propagandazwecke einspannen ließen oder auch einfach ungefragt eingespannt wurden. Ausgestellt sind insgesamt 60 Werke aus dem Bestand der Nationalgalerie.

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VON Lizzie
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Erwin Hahs (1887–1970): Großes Requiem, 1944/1945. Öl auf Leinwand, 191 x 143 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / bpk / Jörg P. Anders. © Erbengemeinschaft Erwin Hahs
Röntgenbild von Erwin Hahs Großem Requiem, 1944/1945. © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Christoph Schmidt

Geisterhaft, wie ein Phantom, hebt sich das Porträt vom Hintergrund aus schwarz-weißen Architekturelementen ab. Dargestellt ist eindeutig Adolf Hitler, daran besteht kein Zweifel. Unmittelbar daneben ist ein weiteres Bild zu sehen, jedoch mit einem völlig anderen Motiv. Es fällt lediglich auf: Format und Größe beider Werke sind identisch. Das Gemälde Großes Requiem von Christian Hahs wurde nachträglich untersucht und erst die Röntgenstrahlen brachten ans Licht, was sich unter der Farbschicht verbirgt: Offensichtlich gefiel das Porträt Hitler damals nicht, und deshalb musste der Künstler es überarbeiten.

Lyonel Feininger (1871–1956): Teltow II, 1918. Öl auf Leinwand, 101 x 126 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / bpk / Klaus Göken. © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Karl Hofer (1878–1955): Die schwarzen Zimmer (II. Fassung), 1943. Öl auf Leinwand, 149 x 110 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / bpk / Jörg P. Anders. © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Doch nicht alle Künstler durften in Deutschland ab Mitte der 1930er Jahre überhaupt noch malen. Einige taten es trotzdem, und versteckten eindeutig-uneindeutige Botschaften in ihren Gemälden, mit denen sie – wie beispielsweise Bernhard Kretzschmar in seinem Werk Emporkömmling – zeigen konnten, was sie von diesem Regime hielten. Die Ausstellung „Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933 bis 1945“ ist im Hamburger Bahnhof noch bis Ende Juli zu sehen. Der zugehörige Ausstellungskatalog ist im Verbrecher Verlag erschienen und bietet ausführliche Zusatzinformationen zu allen gezeigten Werken und den in der Ausstellung vertretenen Künstlern.

Bernhard Kretzschmar (1889–1972): Emporkömmlinge (Anstreicher), 1939. Öl auf Leinwand, 59 x 85 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger. © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Weiterführende Links

Die offizielle Seite zur Ausstellung

Veranstaltungsreihe zur Ausstellung


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Autorin:
Lizzie

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