Der Gipfeldieb

Quelle: www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-11980.jpg

Ein Buch von Radek Knapp

Die Tätigkeit eines Heizungsablesers scheint auf den ersten Blick wenig attraktiv: Zählerstände ablesen bei verschiedensten Leuten, die einem vielleicht nicht immer besonders herzlich und wohlwollend die Tür öffnen. Doch weit gefehlt. Wie der Roman „Der Gipfeldieb“ des österreichischen Autors Radek Knapp zeigt, bietet dieser nur scheinbar öde Beruf eine Menge. Darin begegnet man Ludwik Wiewurka, der in Polen bei seinen Großeltern aufwuchs und mit 12 Jahren gegen seinen Willen von der Mutter nach Wien geholt wurde. Ludwig nun ist als ebensolcher Heizungsableser in Wien tätig.


[white_box] [four_columns_one]


KULTUR-
KOMPASS
[/four_columns_one] [two_columns_one]

Jetzt anhören:

[/two_columns_one] [four_columns_one_last]


VON Anne-Sophie
[/four_columns_one_last] [divider] [/white_box]

„Meine Kundschaft bestand aus schwer arbeitender und neurotischer Bevölkerung, und man vergaß mich auch zu warnen, dass in diesen Gemeindewohnungen mehr exotische Tiere lebten als am Amazonas. Aus meinem Mund kamen entweder Aufforderungen, mir die Tür zu öffnen, oder Komplimente wie: «Ihr Leguan hat die rechteckigsten Schuppen in der ganzen Stiege.»“ (R. Knapp, Der Gipfeldieb, S. 6)

Ziemlich schnell merkt Ludwik aber, dass er trotz dieser Widrigkeiten einen ziemlichen Traumjob gefunden hat. Doch das Glück währt nicht lange: Ludwik, gerade frisch zum österreichischen Staatsbürger ernannt, bekommt einen Einberufungsbescheid von der österreichischen Armee. In einer Reihe von vielen kuriosen Begegnungen erfährt man, wie Ludwik mit diesem existenziellen Problem umgeht. So trifft er zum Beispiel auf einen einsamen Esel im Wohnzimmer, einem Wanderer, der bei seinen Bergtouren die Gipfel klaut und lernt dabei viel sowohl über sich, als auch über das Wesen des Menschen.

Die Figur des Ludwik weist erstaunlich viele Parallelen zur Biographie des Autors auf. Auch Radek Knapp, geboren 1964, wuchs bei seinen Großeltern in Warschau auf, 1976 kam er 12-jährig zu seiner Mutter nach Wien. Wie Ludwik machte Knapp seine Matura an der (für Ludwik verhassten) Handelsakademie. Mit verschiedenen Jobs hielt er sich neben seinem Philosophie-Studium über Wasser, darunter auch mit dem Ablesen von Heizungen.

Seit 1994 ist Radek Knapp als freier Schriftsteller tätig. Er erhielt u.a. den Aspekte-Literaturpreis und den Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises. Von ihm erschienen weiter die Romane „Reise nach Kalino“ und „Herrn Kukas Empfehlungen“. „Der Gipfeldieb“, sein neuester Roman, ist ein kleines Buch, das mit großer Leichtigkeit viele lebenskluge Weisheiten vermittelt. Man schließt Ludwik, diesen wachen und selbstbestimmten Charakter sehr schnell ins Herz. Ludwik zeigt, dass es nur auf die richtige Einstellung zu den Dingen ankommt – dann nämlich überraschen einen die kleinen Freuden des Lebens. Und so zeigt der Roman auch, dass ein Job als Heizungsableser sehr erfüllend sein kann.

„Der Gipfeldieb“ ist am 14.09.2015 bei Piper erschienen und hat 208 Seiten. Es kostet gebunden € 20,00.


[two_columns_one] [white_box]

Anne-Sophie Schmidt


Autorin:

Anne-Sophie

[/white_box] [/two_columns_one] [two_columns_one_last]

Mehr von:

[button link=“https://www.couchfm.de/radiomacher/steckbriefe/anne-sophie-schmidt/“ color=“black“ size=“xlarge“]> Anne-Sophie[/button] [button link=“http://www.couchfm.de/radiomacher/archiv/kulturkompass/“ color=“black“ size=“xlarge“]> Kulturkompass[/button]

[/two_columns_one_last]

[divider]