Analog vs. Digital

Mitschreiben oder Mittippen…? | © Jessy Lee Noll

„Die Feder ist mächtiger als die Tastatur“

In der Schule gehörten Stift und Block noch zur Standardausrüstung, im Unialltag sind sie dagegen schon beinahe eine Rarität. Denn immer mehr Studenten schwören inzwischen auf ihren digitalen Alleskönner: den Laptop. Doch womit lässt sich am Ende eigentlich am effektivsten lernen…?

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UNIDSCHUNGEL
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Jessy Lee Noll


VON Jessy
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Vor etwa zehn Jahren haben die Laptops allmählich ihren Siegeszug in die universitären Gefilde angetreten und die klassischen analogen Arbeitsmittel verdrängt, erinnert sich Lothar Mikos, Hochschullehrer an der Filmuniversität Babelsberg. Heute ist der Besitz eines Laptops für die meisten Studenten selbstverständlich – und das nicht immer zum Vergnügen der Professoren. Während einerseits das eindringliche Klappern der Tastaturen den Saal durchdringt, sind die Blicke der Studenten nicht selten auf ihre leuchtenden Bildschirme gerichtet, anstatt auf die nächste Power-Point-Folie. Ob da gerade fleißig mitgeschrieben oder der Filter für das neueste Instagram-Foto ausgewählt wird, lässt sich für die Lehrenden nur schwer kontrollieren. Neben diesen eher negativen Begleiterscheinungen bringt der Laptop jedoch zahlreiche Vorteile mit sich, die kaum noch aus dem universitären Lehrbetrieb wegzudenken sind: So lassen sich Fakten in Sekundenschnelle recherchieren, digitale Quellen für alle Studenten sichtbar machen, digital erstellte Inhalte mit beliebig vielen Personen teilen und ortsunabhängig jederzeit abrufen. Und damit ist die Liste der Vorteile digitaler Arbeitsmittel erst am Anfang. Fest steht: Laptops beschleunigen das wissenschaftliche Arbeiten und sparen wertvolle Zeit.

Natürlich gibt es neben den ganzen ‘Digital Natives’ auch noch die ‘Digital Verweigerer’. Katharina Bruchner ist Studentin der Digitalen Medienkultur und zückt nach wie vor Block und Stift, wenn nach Ablauf des akademischen Viertels der Unterricht beginnt. Aufgewachsen in einer Generation, für die das Arbeiten mit Computern noch eine kleine Sensation war, hält sie den Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln nicht für selbstverständlich. Und noch dazu lenke es schnell vom Wesentlichen ab, so Katharina. Denn wie verlockend ist ein kurzer Klick auf Facebook oder die Lieblings-Shopping-Seite, wenn der Unterricht einmal nicht so mitreißend ist. Allzu schnell leidet da nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch die Vollständigkeit der Mitschriften.

Keine leichte Entscheidung also, wenn es an die Auswahl der Arbeitsmittel für die nächste Vorlesung geht: Block und Stift oder doch lieber der Laptop? Besonders wichtig wird diese Frage, wenn es darum geht, sich die neuen Stoffe möglichst effektiv für die nächste Klausur einzuprägen. Kurz: Was eignet sich besser zum Lernen? Jochen Plikat von der Humboldt Universität zu Berlin kennt die Antwort. Seit nunmehr zwei Jahren setzt er sich in seinem Blog wissensarbeiter mit Fragen der Mediendidaktik auseinander und ist dabei auf eine interessante Studie aus Princeton gestoßen. Der Titel der Studie bringt die zentrale Erkenntnis auf den Punkt: ‘Die Feder ist mächtiger als die Tastatur’.

Ob dies wirklich auf jeden Studenten zutrifft, muss schließlich jeder individuell für sich erproben. Eines sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden: Wer sich lieber auf die nächste Ebay-Auktion als die Vorlesung konzentriert, steht am Ende nur einer Person im Wege: sich selbst.


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Jessy Lee Noll

Autorin:
Jessy

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