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© Kathrin Harms, Esteve Franquesa
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Hoffnung statt Langeweile – Sportangebote für Flüchtlinge

Fehlende Rückzugsorte, mangelnde Beschäftigung, wachsende Langeweile – das Leben der Flüchtlinge in den Notunterkünften in Berlin ist vom Warten bestimmt. Doch es gibt einige Initiativen, die sich der Langeweile entgegenstellen.

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VON Katharina
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Homayoon hat sein Glück gefunden: Jedes Mal, nach dem Fußballtraining, ist er voller Energie. Stolz trägt er seine knallroten Turnschuhe. Der 24-Jährige kommt aus Afghanistan und teilt sich in einem Wohnheim ein Zimmer. Er geht zur Berufsschule, um Deutsch zu lernen, damit er später einmal eine Ausbildung zum Koch absolvieren kann – das ist sein großer Wunsch. Deutschland soll Heimat für ihn werden, doch die Bewilligung des Asylantrags lässt auf sich warten.

Eine Perspektive gab ihm sein engagierter Trainer Constantin Stüve. Er kam in Homayoons Wohnheim, suchte Männer, die Lust haben Fußball zu spielen. Mittlerweile sind sie beim FC Treptow als Mannschaft gemeldet und trainieren zweimal in der Woche. Homayoon strahlt, wenn er davon erzählt. Heimweh habe er keines, er wolle einfach nur in Ruhe und Frieden leben, mehr nicht.

Homayoon | © Constantin Stüve
Homayoon | © Constantin Stüve

Auch Barbara Jensch, Vorsitzende des Leichtathletik Vereins Berlins, wollte den geflüchteten Menschen ein wenig ihrer Langeweile nehmen. Nach einem Besuch der Notunterkunft im Poststadion rief sie das Projekt „Auf die Plätze fertig los“ ins Leben: Leichtathletik für die Kinder, Zumba für die Frauen und Zeit für Gespräche. „Sport ist das Beste für Integration, weil man das auch ohne Worte tun kann“, erklärt Jensch.

Laut Angaben des Landessportbund Berlin gibt es über 40 Vereine, die mit Erstaufnahme-Einrichtungen kooperieren. Auch beim FC Kreuzberg kicken mittlerweile Flüchtlinge mit. Auf rollende Bretter stellt der Verein Drop In die Willkommenskultur und bietet im Rahmen des Projekts „Say Hello with Skateboarding” Kurse für Flüchtlinge an.

© Kathrin Harms / Esteve Franquesa
© Kathrin Harms / Esteve Franquesa

Viele Initiativen sehen sich mit der gleichen Herausforderung konfrontiert: mangelnder Platz. Sportstätten, die sonst für Kurse zur Verfügung stehen, sind zu Notunterkünften umfunktioniert worden. Daran scheiterte auch das Projekt „Auf die Plätze fertig los“. Doch es lohnt sich die Sportangebote für Flüchtlinge zu fördern, sind sie doch ein erster Schritt auf dem Weg zur Integration. Oft ist gerade Deutsch ein verbindendes Element zwischen den Menschen aus unterschiedlichsten Ländern. Sport als Aufgabe und Perspektive. Miteinander gegen die Langeweile.


Weiterführende Links

Gelebte Integration beim FC Treptow

ASV Berlin

Drop In e.V.


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Autorin:
Katharina

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